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Die offizielle Preisstatistik: Beruhigende Zahlen aus Wiesbaden

Wie das Bundesamt für Statistik die Inflationsrate ermittelt. Und wie sich die Preise ausgewählter Waren und Dienstleistungen seit 2000 verändert haben.

Die Inflationsrate liegt momentan bei 1,1 Prozent. Sie wird vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden berechnet und heißt offiziell "Verbraucherpreisindex für Deutschland". Der Index gibt an, wie sich ein repräsentativ für den privaten Verbrauch zusammengestellter "Warenkorb" preislich entwickelt. Dieser Warenkorb enthält rund 750 verschiedene Produkte und Dienstleistungen vom Rollmops bis zum Haarschnitt.

Fast noch wichtiger ist das so genannte Wägungsschema. Es legt fest, mit welchem Anteil die verschiedenen Produkte im Warenkorb gewichtet werden. Das Wägungsschema versucht möglichst genau abzubilden, wie die Deutschen im Schnitt ihr Geld ausgeben: 0,991 Prozent für Bier, 0,039 Prozent für die Schuhreparatur, 3,323 Prozent für den Autokauf und so weiter.

Natürlich trinkt nicht jeder Bier, lässt nicht jeder seine Schuhe reparieren oder besitzt ein Auto. Aber statistisch sind das die Konsumgewohnheiten. Ermittelt werden sie alle fünf Jahre aus den Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, bei der ausgewählte Konsumenten ein Jahr lang exakt Buch über ihre Ausgaben führen. Der Warenkorb verändert sich nur langsam. So ersetzte bei der letzten Änderung im Jahr 2000 die Druckerpatrone das Farbband für die Schreibmaschine. Mit dem Warenkorb im Gepäck besuchen die Preiserheber der Statistischen Landesämter in 190 Gemeinden rund 40.000 Verkaufsstellen. Sie dürfen die Marken der verschiedenen Produkte selbst auswählen, müssen aber bei ihren monatlichen Besuchen bei den einmal ausgesuchten Waren bleiben. Die Preisveränderungen melden sie dann nach Wiesbaden, wo daraus die Inflationsrate berechnet wird.

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