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Elektronik: Sony meldet Gewinnrückgang

Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Unterhaltungselektronik hat ein Gewinnproblem: Im vergangenen Geschäftshalbjahr sank der operative Gewinn um mehr als die Hälfte. Grund: Das schwache Geschäft mit der Playstation 2.

Die verschärfte Konkurrenz für die Spielekonsole "Playstation 2" lässt bei Sony die Gewinne drastisch schrumpfen. Im vergangenen Geschäfts-Halbjahr (bis Ende September) sank der operative Gewinn um mehr als die Hälfte auf 49,9 Milliarden Yen (390 Mio Euro). Der Umsatz sank um 3,2 Prozent auf 3,4 Billionen Yen. Das teilte der weltweit zweitgrößte Hersteller von Unterhaltungselektronik am Donnerstag mit.

Konzern steht vor gewaltiger Umstrukturierung

Für das gesamte Geschäftsjahr (bis 31. März 2004) nahm Sony seine Gewinnprognose von 130 Milliarden auf 100 Milliarden Yen zurück. Das sind 46 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim Überschuss erwartet Sony weiterhin 50 Milliarden Yen. Am 28. Oktober legt Sony Pläne zur Umstrukturierung vor. Laut Medien sollen unter anderem weltweit bis zu 20.000 Stellen oder 10 Prozent der Gesamtbelegschaft wegfallen.

Schwache Verkäufe bei Playstation 2

Im Quartal von Juli bis September fiel der operative Gewinn weniger stark um 34,3 Prozent auf 33,2 Milliarden Yen. Der Überschuss sank vor allem wegen schwacher Verkäufe der "Playstation 2" um ein Viertel auf 32,9 Milliarden Yen. In der Spielesparte fielen der Umsatz um 35,6 Prozent und der operative Gewinn um 91,2 Prozent. Der Einbruch beim Quartalsertrag sei auf hohe Entwicklungsausgaben zurückzuführen. "Im Segment Elektronik haben wir dagegen die Anfänge einer Erholung gesehen", erklärte Sony-Chef Nobuyuki Idei. Die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte sei verbessert worden. In der zweiten Jahreshälfte werde man die Palette erweitern. Idei kündigte eine "aggressive" Expansionsstrategie an.

Drastische Palettenkürzung

Sony werde zudem beginnen, die Fixkosten zu senken und Stellen zu streichen, sagte Idei. Erst kürzlich hatte Sony mitgeteilt, die Palette von Einzelteilen bis Ende 2005 von 840.000 auf 100.000 zusammenzustreichen. Die Zahl der Zulieferer werde von 4.700 auf 1.000 schrumpfen. Sony ist bei seiner Ertragsoffensive auch abhängig von neuen Produkten wie der PSX, dem Nachfolger der Playstation 2. Sony will außerdem sein Geschäft mit Flachbild-Fernsehern ausbauen. Das Unternehmen steht hierzu in abschließenden Gesprächen mit dem führenden südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens.

Asiatischer Konkurrenz geht's gut

Anders als Sony hatten andere asiatische Elektronikkonzerne für das abgelaufene Quartal Gewinnzuwächse verbucht. So steigerte Samsung Electronics den Überschuss im Jahresvergleich um 6,4 Prozent. Sonys inländischer Konkurrent Matsushita Electric Industrial, der weltweit größte Hersteller von Unterhaltungselektronik, legt seine Bilanz kommende Woche vor. Während die Sony-Aktie seit dem 1. Januar um rund 20 Prozent gefallen ist und damit zu den schwächsten der 225 Nikkei-Werte gehört, gewannen Matsushita fast 15 Prozent hinzu.

DPA