Energie Haushalte müssen 2003 mit höheren Strompreisen rechnen

Die Strompreise werden in Zukunft weiter steigen. Schuld sind steigende Steuern, aber auch der stetig zunehmende Anteil erneuerbarer Energien wie Windkraft.

Strom wird im kommenden Jahr in Deutschland teurer. Davon geht der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) aus. »Wir erwarten einen leichten Anstieg der Strompreise. Für Privathaushalte werden die Mehrkosten im Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei rund fünf Prozent liegen«, sagte Verbandspräsident Werner Brinker. Ursache dafür sind erhöhte Steuern und Abgaben. Preistreibend wirken die Ökosteuer sowie die Förderung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung.

Teure Windkraft

Auch der geplante Ausbau von Windkraftwerken auf See, der so genannten Off-Shore-Windenergie, wird den Verbrauchern nach Ansicht von Brinker langfristig höhere Lasten aufbürden. »Wir begrüßen die Anstrengungen zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Interesse des Klimaschutzes. Die Mehrkosten durch geringere Verlässlichkeit und höheren Steuerungsaufwand bei Windstrom werden die Belastungen für die Kunden jedoch vergrößern«, sagte der VDEW-Präsident, der zugleich Vorstandsvorsitzer des regionalen Energieversorgers EWE AG ist.

Impulse durch Off-Shore-Projekte

Die Stromwirtschaft wird in die Off-Shore-Windenergie investieren, »wenn die notwendige Kapitalverzinsung gewährleistet ist.« Es gibt aber noch offene Fragen zur Verankerung der Windmühlen in der See sowie zur Logistik und Instandhaltung. Den Küstenregionen brächten die Off-Shore-Projekte Arbeitsmarkt-Impulse.

Mix verschiedener Energiearten

Zurückhaltend äußerte sich Brinker zur Energiepolitik der neuen rot-grünen Bundesregierung. »Erfreulich ist die Absicht der Regierung, an einem Mix verschiedener Energiearten bei der Stromproduktion festzuhalten.« Für eine abschließende Bewertung ist es aber noch zu früh: »Bisher gibt es nur einen groben Rahmen. Das muss noch im Einzelnen konkretisiert werden«, sagte Brinker.

Nationales Energieprogramm

Wegen der langfristigen Investitionen der Branche sind verlässliche Rahmenbedingungen in der Form eines nationalen Energieprogramms wichtig. Ein verlässlicher Faktor ist die Vereinbarung zum Atom-Ausstieg. »Wir stehen zu dieser Vereinbarung«, sagte der VDEW-Präsident.


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