Erstnotierung Schwungvoller Börsenstart für MIFA


Der Mitteldeutsche Fahrradhersteller MIFA hat beim ersten Börsengang in Deutschland seit Herbst 2002 der Talfahrt an den Aktienmärkten getrotzt: Die Aktie war mehr als dreifach überzeichnet.

Der Mitteldeutsche Fahrradhersteller MIFA hat bei dem ersten Börsengang in Deutschland seit Herbst 2002 der Talfahrt an den Aktienmärkten getrotzt. Obwohl es an den Börsen kräftig bergab ging - der DAX verlor bis Montagmittag rund 2 Prozent und der TecDAX 3,8 Prozent - notierte die mehr als dreifach überzeichnete MIFA-Aktie bei 9,48 Euro. Sie lag damit über dem Ausgabepreis von 9,25 Euro und dem Kurs der Erstnotiz von 9,30 Euro. Insgesamt waren 1,5 Millionen Aktien angeboten worden.

Erste im neuen General Standard

"Wir begrüßen MIFA als neuen Emittenten und erstes Unternehmen, das im neuen General Standard an die Börse geht," erklärte das Vorstandsmitglied der Deutschen Börse Rudolf Ferscha. Derzeit seien rund 360 Unternehmen im Prime Standard, in dem internationale Transparenzanforderungen erfüllt werden müssen, und rund 490 Unternehmen im General Standard gelistet.

Die MIFA will mit dem durch den Börsengang in die Firmenkasse gespülten Kapital ihre finanzielle Flexibilität steigern, um mehr Aufträge mit großen Stückzahlen abwickeln zu können. Außerdem soll das frische Geld zu einer Expansion in Europa, zur Reduzierung der Zinsbelastung und Stärkung der Eigenkapitalbasis verwendet werden.

Seit 2000 profitabel

Das mittelständische Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2000 profitabel. Bei einem Umsatz von 63,3 Millionen Euro im 2003 (2002: 62,5 Millionen) erzielte es ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 5,58 Millionen Euro (2002: 3,09 Millionen Euro). Auch für das laufende Jahr hatte sich Vorstand Peter Wicht kürzlich dank eines kräftigen Auftragspolsters zuversichtlich gezeigt. Umsatz und Ergebnis sollen weiter steigen. Zu den Hauptkunden der MIFA gehören Discounter sowie Handelsketten wie Metro und Kaufland und Versandhäuser wie Neckermann.

MIFA aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt wurde 1996 durch Wicht und Michael Lehmann als Auffanggesellschaft ohne Geschäftstätigkeit übernommen. Das Unternehmen beschäftigte 2003 rund 422 Mitarbeiter und produzierte rund 535.000 Fahrräder. Seit dem Jahr 2000 konnte die MIFA AG damit ihren Marktanteil an der Inlandsproduktion in Deutschland von 7 Prozent auf annähernd 17 Prozent im Jahr 2003 mehr als verdoppeln und ist damit der am schnellsten wachsende Fahrradhersteller in Deutschland.

DPA

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