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Münzgeld: Tschüss, Glückscent: Von der Leyen will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

Sie füllen das Portemonnaie oder die Spardose – die kupfernen Ein- oder Zwei-Cent-Münzen. Doch wenn es nach der EU-Kommission und ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen geht, könnten sie bald der Vergangenheit angehören. Der Grund: Es spart Geld.

EU Euro Cent

Ein- und Zwei-Cent-Münzen kosten die EU viel Geld. Deshalb plant EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sie abzuschaffen.

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Ein Schokoriegel an der Kasse für 0,89 Cent oder 9,99 Euro für ein T-Shirt – diese krummen Beträge sind oft Alltag beim Einkaufen. Doch Verbraucher und Händler müssen sich möglicherweise bald umstellen: Denn EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen plant laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Zum Arbeitsprogramm der Kommission gehöre der "Vorschlag für einheitliche Rundungsregeln" mit dem Ziel, die kleinsten Münzen abzuschaffen, berichtete die Zeitung am Dienstag.

In anderen Ländern schon Altag

Verwiesen werde auf einen Bericht der Kommission von 2018, wonach immer mehr Staaten mit der europäischen Gemeinschaftswährung dazu übergegangen seien, Beträge beim Einkaufen auf volle fünf Cent runden zu lassen. In den Niederlanden, Finnland, Belgien, Dänemark, Schweden, Ungarn und Irland gehört das Auf- beziehungsweise Abrunden mittlerweile schon zum Alltag. Der Grund ist dabei vor allem eine Kostenfrage. Viele Menschen sammeln das Kleingeld in Spardosen oder Gläsern, um es nicht ständig mit herumzutragen, oftmals gehen die kleinen Münzen verloren. Die Staaten müssen Münzen nachprägen.

Das Abschaffen der Ein- und Zwei-Cent-Münzen spare die Herstellungskosten, die Mühe beim Zählen sowie den Transport, zitierte die Zeitung weiter aus dem Bericht. Jährliche Umfragen der Kommission hätten zudem gezeigt, "dass es heute in keinem Land mehr eine Mehrheit für die Beibehaltung dieser beiden Stückelungen gibt".

Deutsche lieben Bargeld

Laut einer Studie des Handelsforschungsinstitutes EHI zahlten die Deutschen im Jahr 2018 zum ersten Mal öfter mit der Giro- oder Kreditkarte als mit Bargeld; trotzdem sind Scheine und Münzen für viele Verbraucher immer noch das Zahlungsmittel der Wahl. Laut dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" regt sich in der CSU daher auch Kritik an den Plänen der EU-Kommission: Es dürfe keinen "Einstieg in den Bargeldausstieg vorbereitet werden", zitiert die Zeitung den Europa-Abgeordneten Markus Ferber. Wie es um die Zukunft des Glückspfennigs steht, wird sich am kommenden Mittwoch zeigen. Dann will die EU-Kommission ihren Arbeitsbericht vorstellen.

lau / dpa