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Expertentipp: Aufwendungen für Altenpflegeheime sind absetzbar

Steuerzahler, die Kosten für die krankheitsbedingte Unterbringung eines Angehörigen in einem Altenpflegeheim übernehmen, können diese Aufwendungen als »außergewöhnliche Belastung allgemeiner Art« steuerlich geltend machen. Darauf hat der Bund der Steuerzahler hingewiesen.

Abziehbar sind neben den Pflegekosten auch die Kosten, welche auf die Unterbringung und Verpflegung entfallen, soweit es sich hierbei um Mehrkosten gegenüber den Kosten der normalen Lebensführung handelt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem neuen Urteil (Az III R 80/97) klargestellt und gleichzeitig die in der Regel für den Steuerzahler ungünstigere Einstufung der Unterbringungskosten als Unterhaltsaufwendungen für unzulässig erklärt.

Im behandelten und entschiedenen Fall hat ein Steuerzahler Kosten für die Pflege, Unterbringung und Verpflegung seiner Eltern in einem Altenpflegeheim übernommen, und zwar den Kostenanteil, den die Eltern durch eigene Einkünfte und Bezüge nicht aufbringen konnten. Das Finanzamt hatte zwar den auf die Pflege entfallenden Kostenanteil nach § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) zum Abzug zugelassen, den Kostenanteil, der auf die Unterbingung und Verpflegung entfiel, jedoch nur als Unterhaltsaufwendungen im Rahmen der Höchstbeträge des § 33a Abs.1 EStG berücksichtigt.

Da die Eltern über eigene Einkünfte verfügten, ging der ohnehin begrenzte steuerliche Abzug von Unterhaltsaufwendungen weitgehend ins Leere. Mit der Einstufung der Unterhaltskosten als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art (§ 33 EStG) eröffnete der BFH dem Steuerzahler nun einen weitergehenden steuerlichen Abzug.

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