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Finanzamt Wann Versicherungen Steuern sparen


Wer brav alle seine Versicherungen in der Einkommensteuererklärung aufführt, hat zwar eine tolle Fleißarbeit geleistet - mehr Geld vom Finanzamt gibt es aber in den seltensten Fällen. Seit 2005 gelten harte Regeln für die Absetzbarkeit der Beiträge - doch es gibt ein Schlupfloch.

Die Angaben über gezahlte Versicherungsprämien gehören in die Steuererklärung. Diese Vorgabe gilt für die meisten Steuerzahler und wird demzufolge brav umgesetzt. Tatsächlich aber wirken sich Versicherungen nur in den seltensten Fällen steuerlich aus und führen dazu, dass es mehr Geld vom Finanzamt zurückgibt.

Selbstständige dürfen 2400 Euro absetzen

Das liegt an der harten, seit 2005 geltenden Regelung für die Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen. 1500 Euro können Steuerzahler absetzen, die einen steuerfreien Zuschuss zur Krankenversicherung erhalten oder einen Beihilfeanspruch haben. Maximal 2400 Euro sind es bei Steuerzahlern, die ihre Krankenversicherungsbeiträge komplett aus eigenen Mitteln aufbringen müssen, wie etwa Selbstständige.

Wenn beide Ehegatten selbstständig sind, können also bis zu 4800 Euro steuerlich geltend gemacht werden. In aller Regel wird dieser Betrag schon durch die anfallenden Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge abgedeckt, sodass für die theoretisch absetzbaren Kosten für Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebensversicherungen gar kein finanzieller Spielraum mehr bleibt.

Rürup-Beiträge zusätzlich anerkannt

Da die neue Regelung auch vorsieht, dass alte Kapitallebensversicherungen nicht mehr absetzbar sind, hat der Gesetzgeber eine Übergangsregelung geschaffen, damit jene Selbstständige nicht in die Röhre gucken, deren Altersvorsorge auf diese Art Versicherungen aufgebaut ist. Bis zum Jahr 2019 führt das Finanzamt eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Das Finanzamt untersucht dabei für jede Steuererklärung, ob die alte Regelung der Absetzbarkeit von Versicherungen vor der Rentenreform günstiger war. Auf diesem Wege können damit vor allem Selbstständige ihre Steuervorteile aus alten Lebens- und Rentenversicherungen retten. Mittlerweile hat der Gesetzgeber auch dafür gesorgt, dass trotz der Anrechnung der alten Steuervorteile aus der Zeit vor 2005 die Rürup-Beiträge zusätzlich anerkannt werden.

Versicherungen sparen auch Steuern, wenn Sie der privaten Altersvorsorge dienen und vom Gesetzgeber auch speziell zur steuerlichen Absetzbarkeit zugelassen wurden. Das gilt vor allem für die schon erwähnten Rürup-Rentenversicherungen, deren Beiträge im Jahr 2008 mit 66 Prozent steuerlich anerkannt werden - nach oben begrenzt auf 13.200 Euro für Alleinstehende und 26.400 Euro für Verheiratete.

Beruflich bedingte Versicherungen zählen

Das hört sich gut an, tatsächlich aber ist der Preis für den Steuerbonus hoch. Denn im Alter wird die Rürup-Rente wie die gesetzliche Rente besteuert - ab 2040 also zu 100 Prozent. Steuerliche Vorteile bringen auch Riester-Rentenversicherung, denn neben den Zulagen sind ab 2008 bis zu 2100 Euro jährlich als Sonderausgaben absetzbar - vor allem Gutverdiener sichern sich so neben den Zulagen weitere Steuervergünstigungen, die aber nicht nur für Rentenversicherungen, sondern für alle Riester-Modelle gewährt werden.

Abseits aller steuerlichen Regeln zu den Versicherungen als Vorsorgekosten sind die Prämien für bestimmte Versicherungen als Werbungskosten absetzbar. Das ist zum Beispiel der Fall bei Unfallversicherungen, wenn sie zumindest berufliche Risiken mit abdecken. Außerdem sind Rechtsschutzversicherungen als beruflich veranlasste Werbungskosten absetzbar, wenn der Versicherer bei Kombiverträgen bestätigen kann, wieviel der Jahresprämie auf den beruflichen Rechtsschutz entfällt. Und auch Haftpflichtversicherungen sind absetzbar, wenn sich zumindest ein Teil des Versicherungsschutzes auf berufliche Risiken erstreckt. Hier sollte man sich von der Versicherungsgesellschaft bestätigen lassen, wie hoch der Anteil der Berufshaftpflicht-Police an der gesamten Prämie ist.

Oliver Mest/DDP DDP

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