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Antragsveranlagung: Steuererklärung 2000: Neuregelungen beachten

Wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Dies gilt auch für die Steuer. Denn die frühzeitige Abgabe einer Einkommensteuererklärung ist immer noch der beste Garant dafür, dass die Veranlagung schnell durchgeführt wird. Arbeitnehmer, die in diesen Tagen von ihrem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte für das Jahr 2000 erhalten haben, sollten sich umgehend an die Einkommensteuererklärung bzw. Antragsveranlagung für das Jahr 2000 begeben. Auch diesmal sind wieder zahlreiche Neuregelungen zu beachten.

Wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Dies gilt auch für die Steuer. Denn die frühzeitige Abgabe einer Einkommensteuererklärung ist immer noch der beste Garant dafür, dass die Veranlagung schnell durchgeführt wird. Arbeitnehmer, die in diesen Tagen von ihrem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte für das Jahr 2000 erhalten haben, sollten sich umgehend an die Einkommensteuererklärung bzw. Antragsveranlagung für das Jahr 2000 begeben. Auch diesmal sind wieder zahlreiche Neuregelungen zu beachten.

Im Steuerjahr 2000 gab es sogar eine Flut von Änderungen: So wurden die steuerlichen Regelungen im Zusammenhang mit Kindern durch ein so genanntes Familienförderungsgesetz einschneidend geändert. Aber auch für Sparer oder Häuslebauer, Spender und nebenberuflich tätige Steuerzahler gelten neue Vorschriften. Hoch interessant sind auch die verbesserten Absetzungsmöglichkeiten für beruflich genutzte Computer. Änderungen gibt es auch wieder bei den Steuerformularen. Als echter »Steuersparer« sollte man sich mit den Neuregelungen vertraut machen.

Das ist neu

Bei der Einkommensteuererklärung für 2000 sind folgende wichtige Neuregelungen zu beachten:

· Der Grundfreibetrag, der das Existenzminimum steuerfrei stellen soll, wurde von 13.067 DM auf 13.499 DM (Ledige) beziehungsweise von 26.134 DM auf 26.998 DM (Verheiratete) angehoben.

· Der Eingangs- und der Spitzensteuersatz wurden von 23,9 auf 22,9 Prozent beziehungsweise von 53 auf 51 Prozent gesenkt.

Die Tarifänderungen werden »automatisch« gewährt.

Kinder

· Für das 1. und 2. Kind wurde das Kindergeld um 20 Mark monatlich von 250 DM auf 270 DM angehoben. Das Kindergeld für das dritte und weitere Kinder bleibt unverändert bei monatlich 300 DM bzw. 350 DM.

· Beim Kindergeld/Kinderfreibetrag wurde die Grenze der unschädlichen Einkünfte und Bezüge der Kinder von 13.020 auf 13.500 DM im Jahr angehoben. Dies betrifft Eltern mit über 18 Jahre alten Kindern, die noch zur Schule gehen, studieren oder für einen Beruf ausgebildet werden.

· Für Kinder unter 16 Jahren wurde ein einheitlicher Betreuungsfreibetrag von 1.512/3.024 Mark (Elternteil/Elternpaar) je Kind eingeführt. Dieser Freibetrag wird zusätzlich zum Kinderfreibetrag gewährt. Genauso wie beim Kinderfreibetrag erfolgt auch beim neuen Betreuungsfreibetrag eine Anrechnung des Kindergeldes. Dies geschieht allerdings erst bei der Veranlagung durch das Finanzamt. Im laufenden Jahr wird generell nur Kindergeld gewährt, und zwar auch wenn der Betreuungsfreibetrag günstiger ist. Im Gegensatz zur Regelung beim Kinderfreibetrag wird der Betreuungsfreibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren allerdings auch nicht bei den Zuschlagsteuern (Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag) berücksichtigt. Ältere behinderte Kinder wurden in die Regelungen zum Betreuungsfreibetrag einbezogen. Der bisher mögliche Abzug von Kinderbetreuungskosten entfällt.

Sonderausgaben/Außergewöhnliche Belastungen

· Das Spendenrecht wurde dahingehend geändert, dass gemeinnützige Vereine Spenden direkt entgegen nehmen und Spendenbescheinigungen ausstellen dürfen. Das so genannte »Durchlaufspendenverfahren«, bei dem die Gemeinden zwischengeschaltet waren, wurde abgeschafft. Des Weiteren wurden die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten bei Spenden an gemeinnützige Stiftungen verbessert.

· Der Höchstbetrag für den steuerlichen Abzug von Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen als außergewöhnliche Belastung wurde von 13.020 DM auf 13.500 DM angehoben.

Verschiedenes

· Bei der steuerlichen Anerkennung der Kosten für einen beruflich genutzten Computer zeichnen sich wesentliche Erleichterungen ab. Die Vertreter der obersten Finanzbehörden haben sich darauf verständigt, dass nicht mehr verlangt werden soll, dass der Computer ausschließlich oder so gut wie ausschließlich beruflich genutzt wird. Vielmehr wird eine anteilige Verrechnung zugelassen. Wird ein Computer z.B. zu 40 Prozent beruflich genutzt, können 40 v.H. der PC-Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden.

· Der Sparer-Freibetrag wurde von 6.000/12.000DM (Ledige/Verheiratete) auf 3.000/6.000 DM halbiert.

· Bei den Vordrucken für die Einkommensteuererklärung hat es ebenfalls einschneidende Änderungen gegeben. Für Einkünfte aus Kapitalvermögen (zum Beispiel Zinserträge) wurde eine neue Anlage KAP geschaffen. Außerdem gibt es eine neue Anlage SO. Diese Anlage ist u.a. zu verwenden, wenn sonstige Einkünfte (z. B. Gewinne aus steuerpflichtigen Grundstücks- oder Wertpapierveräußerungen) erzielt wurden. Liegen die gesamten Gewinne unter 1.000 DM, erfolgt keine Besteuerung. In diesem Fall braucht auch keine Anlage SO ausgefüllt zu werden. Vielmehr genügt ein Kreuzchen in Zeile 32 der Einkommensteuererklärung.

· Der so genannte Übungsleiter-Pauschbetrag wurde von 2.400 DM auf 3.600 DM angehoben und auf Betreuer ausgeweitet.

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