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Finanzprobleme in Dubai: Arabische Börse im freien Fall

Die Finanzprobleme Dubais haben die Börsen in dem Emirat und anderen arabischen Ländern in den freien Fall geschickt. Die Börse in Dubai sackte am Montag um mehr als sieben Prozent ab, der Index im Nachbaremirat Abu Dhabi verlor sogar mehr als acht Prozent.

Die Finanzprobleme Dubais haben die Börsen in dem Emirat und anderen arabischen Ländern in den freien Fall geschickt. Die Börse in Dubai sackte am Montag um mehr als sieben Prozent ab, der Index im Nachbaremirat Abu Dhabi verlor sogar mehr als acht Prozent. Die Regierung Dubais lehnte es ab, für den milliardenhoch verschuldeten Staatsfonds Dubai World einzustehen.

Der Handelstag am Montag nach dem viertägigen islamischen Operfest war der erste nach Bekanntwerden der Zahlungsschwierigkeiten Dubais. In dem Emirat schloss der Hauptindex DFM mit einem Verlust von 7,3 Prozent. Noch dramatischer sah es in Abu Dhabi aus, wo die Börsenwerte um 8,3 Prozent einbrachen. Die Börse in Kairo stürzte ebenfalls um fast acht Prozent ab.

Teilweise bis zu zehn Prozent verloren in Dubai und Abu Dhabi Aktien von Immobilienfirmen, Telekommunikationsunternehmen und der Energiebranche. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich heraufbeschworen hatte, beantragte schon vor Börsenöffnung in Dubai das Aussetzen von Transaktionen mit seinen islamischen Anleihen - den sogenannten Sukuks.

Die Zentralbank von Dubai hatte am Sonntagabend die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zur Stabilisierung des Banksystems in Aussicht gestellt. Doch auch dies beruhigte die Investoren nicht: In Dubai rechneten viele Börsianer für Dienstag mit einem weiteren Kurseinbruch. Es gebe kein Vertrauen in den Markt, weil die Regierung nicht sage, wie sie die Krise angehen wolle, sagte der Investor Mohammed Nasser. "Wir haben zusehen müssen, wie unser Geld einfach so - pfft - verschwand", sagte der Anleger Lajeb Ahmed.

Die Regierung von Dubai will nicht für den hoch verschuldeten Staatsfonds Dubai World einspringen, der insgesamt zehn Firmen unter seinem Dach vereint. Schon bei der Gründung des Konglomerats sei entschieden worden, dass es nicht durch den Staat abgesichert werde, sagte Dubais Finanzminister Abdulrahman el Saleh dem staatlichen Fernsehen. Zwar gehöre das Unternehmen dem Staat, durch seine zahlreichen Aktivitäten sei es aber verschiedensten Risiken ausgesetzt, begründete Saleh die Haltung der Regierung.

Dubai hatte in der vergangenen Woche wegen einer nötigen Umstrukturierung von Dubai World Gläubiger um einen Zahlungsaufschub von einem halben Jahr gebeten. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar das Konglomerat zu verantworten. Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig. Nakheel sollte ursprünglich eine Schuld in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar bis Ende Dezember begleichen.

Saleh bezeichnete die Reaktionen auf die Ankündigungen in der vergangenen Woche als "übertrieben und ungerechtfertigt". Von der Umstrukturierung von Dubai World würden langfristig "alle betroffenen Parteien" profitieren, auch wenn es für einige kurzfristig unangenehm sein könne.

AFP / AFP
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