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Gerüchte: Kursrutsch bei HypoVereinsbank

Spektakuläre Kursverluste der HypoVereinsbank (HVB) nach einem Zeitungsbericht über Pläne zu einer Zwangswandelanleihe bestimmten das Geschehen am Deutschen Aktienmarkt..

Die HVBTitel brachen zeitweise mehr als 15 Prozent ein und verhinderten damit eine Aufwärtsbewegung im Deutschen Aktienindex (Dax). Deutschlands wichtigster Index notierte am Mittag kaum verändert zum Vortagesschluss bei 2.451 Punkten.

Keine Zwangswandelanleihe

Nach Informationen des "Handelsblatt" arbeitet die HVB derzeit an einer milliardenschweren Zwangswandelanleihe, die den dringenden Kapitalbedarf der Bank befriedigen solle. In Bankenkreisen wurde der Bericht sofort dementiert. Händler sagten aber, der Bericht könnte ein Hinweis darauf sein, wie schlecht es der Branche wirklich geht. Das wirkte sich auch auf die anderen Finanzwerte aus, die am Donnerstag ebenfalls unter Druck standen.

Schlechte Stimmung

"Die Stimmung an den Börsen ist alles andere als gut", sagte ein Händler mit Blick auf das Geschehen am Gesamtmarkt. Seit Montag hat der Dax über sieben Prozent seines Wertes verloren. Auf den Börsen lasteten weiterhin die Ängste der Anleger vor einem Krieg in Irak und der deutlich gestiegene Ölpreis.

HVB stürzt ab

Die HVB-Papiere stürzten zeitweise mehr als 15 Prozent ab. Zwar wurde der Zeitungsbericht in Bankenkreisen dementiert, Händlern zufolge lasteten die angeblichen Pläne dazu dennoch auf der Aktie. "Das ist ein Hilferuf nach mehr Geld", kommentierte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Ein anderer Händler sagte: "Bei den Versicherern war schon lange über Kapitalerhöhungen spekuliert worden, bei den Banken nicht und diese Zwangswandelanleihe ist eine Art Kapitalerhöhung. So hat das keiner erwartet." Gegen Mittag notierten HVB-Aktien 9,5 Prozent im Minus bei 8,69 Euro.

Auch andere gerieten in den Sog

Im Sog der HVB gerieten auch andere Finanzwerte unter Druck. Die Papiere der Münchener Rück, die an der HVB beteiligt ist, fielen 3,7 Prozent auf 76,75 Euro. Die Titel der Commerzbank, die des öfteren als möglicher Fusionspartner der HVB gehandelt wurden, verloren 4,6 Prozent auf 5,39 Euro.