Going Public Die zehn größten Neuemissionen seit 1999


Große Börsengänge sind rar in Deutschland. Die Postbank zählt mit ihrem für den 21. Juni geplanten IPO (Initial Public Offering) - das ist der Fachjargon für eine Neuemission an der Börse - in jedem Fall dazu.

Der Börsengang der Deutschen Postbank wird die drittgrößte Neuemission der vergangenen fünf Jahre an der Frankfurter Wertpapierbörse sein. Diesen Platz nimmt die Postbank unabhängig von der Preispanne für die Aktien ein, die erst festgelegt werden soll. Als Basis für die unterste Grenze der Spanne für den am 21. Juni geplanten Börsengang gilt der Buchwert von 4,88 Milliarden Euro, als oberste der vom Mutterkonzern Deutsche Post geschätzte Unternehmenswert von 6 Milliarden Euro.

Volumen bei knapp drei Milliarden Euro

Gibt die Post wie vermutet die Hälfte ihrer Aktien ab, liegt das Volumen der Neuemission also zwischen 2,44 und 3 Milliarden Euro und folgt damit in der Statistik nach den Börsengängen der Deutschen Post (5,84 Mrd Euro) und Infineon (5,40 Mrd Euro) auf Platz drei vor Epcos (1,32 Mrd Euro). Seit 1999 gab es insgesamt 350 Neuemissionen - einschließlich der Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa) und Wincor Nixdorf, die in diesem Jahr als bisher einzige Unternehmen den Sprung aufs Parkett wagten.

Der Börsengang der Postbank wurde in den vergangenen Wochen zunächst von einem angeblichen Übernahme-Angebot der Deutschen Bank für den Konkurrenten und dann durch eine Indiskretation des größten deutschen Finanzhauses überschattet. Dabei gelangte ein Papier der Deutschen Bank, die gemeinsam mit Morgan Stanley Konsortialführer für den Börsengang ist, mit einer vorläufigen Bewertung der Postbank zwischen 4,4 und 5,3 Milliarden Euro an die Öffentlichkeit. Während die Mutter Deutsche Post einen hohen Preis erzielen will, versuchen Investoren derzeit, eine möglichst niedrige Preisspanne durchzusetzen. Der Buchwert der Postbank würde einem Preis von 29,76 Euro je Aktie entsprechen.

Große Börsengänge wurden rar

Die Postbank zählt mit ihrem für den 21. Juni geplanten IPO (Initial Public Offering) - das ist der Fachjargon für eine Neuemission an der Börse - in jedem Fall zu den großen IPOs. Sozusagen außer Konkurrenz gingen der zweite und dritte Börsengang der Deutschen Telekom 1999 und 2000 über die Bühne, da die Aktie bereits seit 1996 gehandelt wurde. Wir dokumentieren die größten Neuemissionen der vergangenen fünf Jahre an der Frankfurter Wertpapierbörse mit Datum und Emissionsvolumen:

RangUnternehmenBörsengangVolumen
1Deutsche Post20.11.20005.842 Mio Euro
2Infineon13.03.20005.397 Mio Euro
3Epcos15.10.19991.320 Mio Euro
4Deutsche Börse 05.02.20011.072 Mio Euro
5Fraport 11.06.2001914 Mio Euro
6comdirect bank05.06.2000871 Mio Euro
7Carrier 124.02.2000816 Mio Euro
8Lycos Europe22.03.2000672 Mio Euro
9Deutsche EuroShop02.01.2001600 Mio Euro
10debitel29.03.1999552 Mio Euro
Deutsche Telekom*28.06.199910.800 Mio Euro
Deutsche Telekom*19.06.200013.000 Mio Euro
* = außer Konkurrenz
DPA

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