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Hausratversicherung: Wie zahle ich weniger?

Wenn man die meist billige Einrichtung der ersten Wohnung hinter sich gelassen hat, ist es Zeit, über eine Hausratversicherung nachzudenken. Aber billig ist dieser Schutz nicht - es sei denn, man kennt die Tricks.

Denn der Hausrat stellt in vielen Familien einen der größten Vermögensposten dar: Kaum jemand dürfte in der Lage sein, eine wertvolle Einrichtung aus dem Ersparten zu ersetzen. Die Hausratversicherung schützt alle Gegenstände im Haus: Möbel und Teppiche genauso wie Elektrogeräte und Kleidung. Zahlen muss die Versicherung bei Schäden, die durch Brand, Leitungswasser, Blitzschlag, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus, Explosionen oder Sturm ab Windstärke acht entstehen. Aber billig ist der Schutz nicht: Vor allem in größeren Städten kostet die Absicherung einer 80 Quadratmeter-Wohnung schon mal 200 Euro und mehr jährlich.

Unumgänglich: Angebote vergleichen

Umso wichtiger ist es, den optimalen Schutz zum günstigen Preis zu bekommen. Zunächst einmal sollte man verschiedene Angebote vergleichen. Denn der Grundschutz ist in der Regel erst einmal identisch, die Preise liegen jedoch um bis zu 100 Prozent auseinander. Einen professionellen Vergleich bietet die Stiftung Warentest unter stiftung-warentest.de an. Für elf Euro suchen die Experten die günstigste Versicherung für jeden Kundenwunsch heraus.

Beim Sparen hilft auch die richtige Versicherungssumme. Die meisten Versicherer schlagen pro Quadratmeter Wohnfläche eine Versicherungssumme von 650 Euro vor. In manchen Fällen ist diese Summe jedoch viel zu hoch - sinnvoller ist es, den Wert des eigenen Hausrats selbst zu überschlagen und sich entsprechend zu versichern. Aber Vorsicht: In diesem Fall muss die Versicherungssumme bei teuren Neuanschaffungen nach oben angehoben werden - sonst droht Unterversicherung, die dagegen bei einer Versicherungssumme von 650 Euro pro Quadratmeter nicht möglich ist.

Glasversicherung meist unnötig

Die Prämie nach oben treiben auch teure Zusatzversicherungen. So ist eine Glasversicherung in aller Regel sinnlos und viel zu teuer - nur bei großen Glasflächen wie bei einem Wintergarten macht es Sinn, diesen Zusatzschutz zu wählen, weil bei einem Schaden hohe Kosten entstehen. Ob eine Fahrradversicherung Sinn macht, hängt vom Rad und dem Standort ab: Bei billigen Fahrrädern ist der Schutz im Verhältnis zum Wert des Rades oft zu teuer, und wer sein Rad auf der Straße parkt, wird kaum Geld bekommen, wenn es nachts gestohlen wird. Die Fahrradversicherung als Zusatzschutz zur Hausratpolice sollte also vor dem Abschluss gut überlegt sein - zumal es vor allem für teure Räder auch Spezialpolicen gibt.

Um die Prämie für die Hausratpolice günstig zu halten, bieten manche Versicherer auch Tarife mit Selbstbeteiligung an. Oft steht die mögliche Selbstbeteiligung jedoch in keinem Verhältnis zur eingesparten Prämie: Für einen Nachlass von ein paar Euro im Jahr im Schadensfall einen Selbstbehalt von 500 oder gar 1000 Euro zu riskieren, lohnt sich schlichtweg nicht.

Freiberufler müssen besonders aufpassen

Freiberufler müssen beim Preisvergleich besonders vorsichtig sein, denn bei ihnen geht es nicht nur um den Preis: Sachen in ausschließlich beruflich oder gewerblich genutzten Bereichen sind normalerweise nicht in einer Hausratpolice mitversichert - Freiberufler brauchen also beispielsweise einen spezielle Versicherung für Ihr Home-Office oder müssen die bestehende Hausratversicherung entsprechend erweitern.

Bei einigen möglichen Schäden geht es allerdings weniger um die Kosten für den Schutz an sich, sondern vor allem um die Frage: Ist das mitversichert? Ein klassisches Beispiel ist der Schutz gegen Überspannungsschäden. Die sind in der Regel nur bis zu fünf Prozent der Versicherungssumme mitversichert. Wer jedoch viele Elektrogeräte im Haushalt hat, sollte vielleicht den Basisschutz erweitern. Um die Prämie günstig zu halten, bieten Versicherungsverkäufer oft Verträge mit einer mehrjährigen Laufzeit an, die dann mit 5 bis 10 Prozent Nachlass versehen sind. Das spart natürlich Prämie, allerdings nimmt man sich so die Option, nach der Standardlaufzeit von einem Jahr zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Oliver Meest/DDP / DDP