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Investitionen: Einstieg in geschlossenen Fonds nicht übereilen

Die Argumente der Verkäufer von steuerbegünstigten Beteiligungen an Immobilien, Schiffen, Filmproduktionen oder Windkraftanlagen sind in diesem Jahr so gut wie selten zuvor.

Gut verdienende Investoren können 2003 inklusive Solidaritätszuschlag noch bis zu 51,2 Prozent der Verlustzuweisung vom Finanzamt erstattet bekommen, wie die Allgemeine Deutsche Direktbank erklärt. Allerdings sollten Anleger keine überhastete Entscheidung treffen. Wird die Steuerreform vorgezogen, steigt den Angaben zufolge auch noch die Rendite für Schnellentschlossene. Denn die Finanzämter dürften dann bereits von den ersten Gewinnen in 2004 nicht mehr einen so hohen Anteil verlangen wie noch in diesem Jahr. Wer erst im nächsten Jahr eine Steuer-Spar-Beteiligung erwerbe, erhalte 2004 inklusive Solidaritätszuschlag etwa sieben Prozent weniger vom Finanzamt zurück - immer vorausgesetzt, die Steuerreform wird um ein Jahr vorgezogen.

2004 sinken Verlustzuweisungen

Ein weiteres Argument für die Eile: Im nächsten Jahr sinken laut Diba gleichzeitig die Verlustzuweisungen aller Fonds spürbar. Denn nach einem Erlass des Bundesfinanzministeriums (IV C 3 S 2253 a - 48/03) seien Vermittlerprovisionen und andere Gebühren in der Regel nicht mehr sofort im Jahr der Investition absetzbar. Sie müssten stattdessen über mehrere Jahre abgeschrieben werden, erklärte die Diba weiter.

Nicht nur auf Steuervorteil achten

Bei Fonds, die bis zum 31. Dezember 2003 verkauft werden und deren Vertrieb vor dem 1. September 2002 begann, gebe es diese Probleme dagegen nicht. Je später das Jahr, desto größer werde allerdings die Gefahr, dass zweifelhafte Produkte mit nur einem einzigen Qualitätskriterium auf den Markt kämen: mit hohen Steuervorteilen. Potenzielle Steuersparer sollten als Erstes den Fondsprospekt ganz genau studieren. Eine Entscheidung sollte man aber niemals im Alleingang treffen, sondern unbedingt fachkundigen Rat einholen und einen Steuerberater hinzuziehen, rät die Diba. Investoren sollten zudem auf ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach dem IDW-Standard bestehen. Denn dort würden Risiken der Anlage in der Regel deutlicher angesprochen als im Hochglanzprospekt des Emissionshauses.

DPA