HOME

Körperschaftssteuergesetz: Neues Gesetz macht Konzerne reich

Wegen der Änderungen bei der Körperschaftssteuer dürfen deutsche Großunternehmen im laufenden Geschäftsjahr auf fette Gewinne hoffen. Sie kommen auf Sondererträge in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro.

Das neue Körperschaftssteuergesetz beschert deutschen Großunternehmen Milliardensummen. Alleine die drei Konzerne Allianz, Münchener Rück und RWE verbuchen in diesem Jahr wegen der neuen Steuerregeln Sondererträge von zusammen 1,5 Milliarden Euro.

Die Allianz werde einen Sonderertrag von 500 Millionen Euro verbuchen, sagte eine Sprecherin. Bei der Münchener Rück sind es 400 Millionen Euro. RWE hatte bereits bekannt gegeben, dass der Sonderertrag bei rund 600 Millionen Euro liegen werde. An ihren Gewinnprognosen änderten die drei Unternehmen jedoch nichts, wobei die Allianz und RWE sowieso nur eine Mindestsumme für ihren erwarteten Gewinn im laufenden Jahr nennen.

Sechs Milliarden Euro Gewinn erwartet

Demnach rechnet die Allianz weiter mit einem Gewinn von mindestens sechs Milliarden Euro und damit mindestens 36 Prozent mehr als 2005. RWE geht von einem Gewinnanstieg um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu den 2,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr aus. Die Münchener Rück kalkuliert weiter mit einem Überschuss zwischen 3,2 und 3,4 (2005: 2,7) Milliarden Euro. Demnach werden die drei Großkonzerne in diesem Jahr mindestens 12,3 Milliarden Euro nach 9,3 Milliarden Euro in 2005 verdienen.

Die Münchener Rück begründete ihre unveränderte Prognose damit, dass die neue Gesetzesfassung lediglich einen geänderten Ausweis bereit bestehender Steuerguthaben nach sich ziehe. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses könne es auch zu gegenläufigen Entwicklungen kommen, so dass sich an der Erwartung nichts ändere.

Änderungen bei Körperschaftssteuerguthaben

Mit den am 12. Dezember veröffentlichten Steueränderungen wurde die Behandlung von Körperschaftssteuerguthaben geändert, die durch bis Anfang des Jahrzehnts geltende unterschiedliche Besteuerung von einbehaltenen und ausgeschütteten Gewinnen entstanden. Die Auszahlung der Guthaben war bislang an die Ausschüttung von Dividenden gekoppelt - dies wurde jetzt aufgehoben. Das Guthaben kann jetzt auf Antrag unverzinslich zwischen 2008 und 2017 in zehn gleichen Jahresbeiträgen ausbezahlt werden.

Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie diesen Auszahlungsanspruch im Jahresabschluss 2006 zum abgezinsten Barwert bilanzieren müssen. So wird zum Beispiel aus dem Körperschaftssteuerguthaben der Münchener Rück in Höhe von 500 Millionen Euro, das zwischen 2008 und 2017 jeweils mit rund 50 Millionen Euro ausbezahlt wird, ein positiver Ertrag von 400 Millionen Euro im laufenden Jahr.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel