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Konsumgüter: Nivea soll in den DAX

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf soll nach den Vorstellungen seines Mehrheitsaktionärs Tchibo in diesem Herbst den Sprung in die Börsen-Bundesliga schaffen.

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf soll nach den Vorstellungen seines Mehrheitsaktionärs Tchibo in diesem Herbst den Sprung in die Börsen-Bundesliga schaffen. "Wir wollen, dass Beiersdorf in den DAX kommt und wir arbeiten daran", sagte Dieter Ammer, der Vorstandsvorsitzende der Tchibo Holding AG, am Dienstagabend vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Allerdings müssten dazu verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, die Tchibo und Beiersdorf nur zum Teil beeinflussen könnten. So müsse zunächst ein anderes Unternehmen aus dem DAX herausfallen, der Streubesitz müsse groß genug sein und auch das Handelsvolumen.

Tchibo will Streubesitzrate erhöhen

Tchibo hatte im vergangenen Jahr nach mehrjähriger Unsicherheit seine Beteiligung an Beiersdorf auf 49,9 Prozent aufgestockt. "Wir wollten unter 50 Prozent bleiben, um ein Signal zu setzen", sagte Ammer. Es komme Tchibo und der Eignerfamilie Herz nicht darauf an, einen großen Konzern zu bauen und Beiersdorf zu beherrschen, sondern sie wollten das erfolgreiche Unternehmen aktiv begleiten. Durch den Rückkauf von Beiersdorf-Aktien durch den Nivea-Hersteller selbst sowie andere Verkaufsoptionen ist Tchibo nun doch in die Position des Mehrheitseigners gerückt und hält mehr als 50 Prozent der Stimmrechte in der Hauptversammlung. Wie der Streubesitz wieder erhöht werden soll, sei im Detail noch nicht entschieden, sagte Ammer. Bei Tchibo würden jedoch verschiedene Szenarien durchgespielt.

Bewährter Tchibo-Dreiklang

Das einzigartige Tchibo-Geschäftsmodell mit dem Dreiklang aus Kaffee, Gebrauchsartikeln und Filialen habe sich auch in der Konsumflaute bewährt und im vergangenen Jahr zu weiter kräftig steigenden Umsätzen geführt. "Tchibo genießt hohes Vertrauen bei den Kunden und steht für Solidität und ein einzigartiges Preis-Leistungs-Verhältnis", sagte Ammer.

Beide Konzerne wollen profitieren

Durch die Beiersdorf-Übernahme würden zwar keine zusätzlichen Einsparpotenziale zwischen den beiden Unternehmen erschlossen, doch könnten die Spezialisten für bestimmte Verkaufs- und Managementstrategien ihre Erfahrungen austauschen und beide Konzerne davon profitieren. Für das Tchibo-Engagement bei Beiersdorf hätten das Vertrauen in die Marken, die Forschung, das Management, die Mitarbeiter und die Kultur des Unternehmens den Ausschlag gegeben. "Das lässt sich alles nicht in der Bilanz nachlesen, macht aber die Qualität des Unternehmens aus", sagte der Tchibo-Chef.

DPA
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