Märkte Sorge vor Kriegsfolgen drückt Aktien und Dollar


Die Sorge vor den Auswirkungen des Irak-Kriegs auf die Weltkonjunktur hat am Freitag die internationalen Aktien und den US-Dollar unter Verkaufsdruck gesetzt.

"Die Händler bleiben nervös, weil von der Front weitere schlechte Nachrichten kommen und ein langwieriger Krieg die Konjunktur dämpfen könnte", erklärte der Marktanalyst Burton Schlichter von Lind-Waldock & Co. Der Aktienstratege David Thwaites von BNP Paribas ergänzte: "Nach dem, was man so aus Wahsington hört, wird es noch einige Monate dauern und nicht so reibungslos verlaufen wie erhofft." Darauf verteuerten sich sofort die in Krisenzeiten als sichere Anlage geltenden Renten und Gold.

Blair: "Harte und schwierige Monate"

Der britische Premierminister Tony Blair sagte in einem Interview mit dem Rundfunksender BBC, dass der Krieg in Irak Zeit brauche und "harte und schwierige Momente" bevorstünden. Zudem plant das US-Militär nach Angaben aus Regierungskreisen, die Zahl der Invasionstruppen fast zu verdoppeln.

Aktien und Dollar tiefer

Bis zum frühen Abend verloren der europäische Aktienindex FTSE Eurotop 300 und der Dow Jones Stoxx 50 jeweils 0,4 Prozent auf 771 beziehungsweise 2.181 Punkte. Der Deutschen Aktienindex (Dax) büßte sogar zwei Prozent auf 2.534 Stellen ein. An der Wall Street lagen der Dow Jones und der Nasdaq-Index ebenfalls jeweils 0,4 Prozent im Minus bei 8.171 beziehungsweise 1.379 Zählern. Der Euro kostete gleichzeitig 1,0768/71 Dollar, nachdem er zuvor mit 1,0777 Dollar den höchsten Stand seit Kriegsbeginn markiert hatte. Bei den Staatsanleihen kletterte im Gegenzug der in Europa richtungsweisende Bund-Future um 50 Ticks auf 113,96 Punkte, während der führende US-T-Bond-Future um 21/32 auf 112 zulegte. Gold verteuerte sich um rund zwei auf 331,40 Dollar je Feinunze.

Ölpreise fallen wieder

Die Aussicht auf einen langwierigen Krieg hatten den Ölpreis zunächst steigen kräftig lassen. Am frühen Abend notierten die Terminkontrakte auf die beiden führenden Sorten Brent und Crude Light aber nur noch leicht stärker bei 26,97 beziehungsweise 30,75 Dollar. Erdöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe für Industriestaaten. Bei einem langwierigen Irak-Krieg befürchten Börsianer eine Unterbrechung der Versorgung aus dem Nahen Osten. Etwa 40 Prozent der weltweiten Exporte stammen aus dieser Region.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker