Mantelbogen Hauptvordruck Seite 4


Seite 4 der Steuererklärung bietet Platz, um außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen.

Auch Seite 4 des Mantelbogens kann der Steuerzahler nutzen, um seine Ausgabenlast zu verdeutlichen. Hier geht es um die außergewöhnliche Belastungen durch spezielle Kosten, die jenseits eines zumutbaren Eigenanteils vom Finanzamt auch steuermindernd berücksichtigt werden. Darunter fallen:

- Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene

- Pauschbeträge für Pflege von Angehörigen

- Haushaltshilfen und Heimaufenthalte

- andere außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten, Scheidungskosten, Beerdigungskosten sowie neuerdings auch Unwetterschäden

- Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Handwerkerleistungen

Zeile 91 bis 94

Behinderte und Hinterbliebene

Sie haben durch Behinderungen höhere Kosten als der Durchschnittssteuerzahler oder bekommen Leistungen für Hinterbliebene? In Zeile 91 bis 94 können Sie ohne konkrete Einzelaufstellungen Ihrer Kosten einen Pauschalbetrag geltend machen. Der ist nach dem Grad der Behinderung gestaffelt und liegt zwischen 310 und 3700 Euro pro Jahr, für Hinterbliebene hat er die Höhe von 370 Euro. Als Angabe genügt der Grad der Behinderung, nachgewiesen durch das Versorgungsamt, bei Hinterbliebenen durch amtliche Unterlagen. Wollen Sie die Aufwendungen lieber einzeln nachweisen, statt den Pauschbetrag zu beanspruchen, so nutzen Sie dafür die Zeilen 103 bis 105.

Zeile 95 bis 99

Haushaltshilfe / Heimaufenthalt

Diese Zeilen müssen Sie ausfüllen, wenn Sie steuerliche Abzugsmöglichkeiten für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe oder einer Heimunterbringung in Anspruch nehmen möchten. Die Hilfe muss in einem Haushalt zum Einsatz kommen, in denen entweder der Steuerzahler/Ehegatte älter als 60 Jahre ist oder eine unterhaltsberechtigte schwer behinderte oder kranke Person lebt. Zwischen 52 und 77 Euro im Monat kommen dabei ebenso wie beim Heimaufenthalt zur Anrechnung, weitere Kosten können gegebenenfalls als "haushaltsnahes Dienstverhältnis" (Zeile 106 folgende) geltend gemacht werden. Beachten Sie: Für den gleichen Zeitraum wird in der Regel nur entweder der Höchstbetrag für die Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt oder der Höchstbetrag für Heim- oder Pflegeunterbringung gewährt.

Zeile 100 bis 101

Pflege-Pauschbetrag

Pflegen Sie eine hilflose Person aus ihrer Familie, ohne Einnahmen (zB. Pflegegeld) daraus zu haben, kann Ihnen das Finanzamt als finanziellen Ausgleich einen Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr einräumen.

Zeile 102

Unterhaltszahlungen

Sie zahlen Unterhalt an einen bedürftigen Angehörigen? Dann vergessen Sie nicht, pro Person die Anlage U für Unterhaltsleistungen auszufüllen und hier die Anzahl dieser Anlagen zu vermerken.

Zeile 103 bis 105

Weitere außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art tragen Sie in die Zeilen 103 bis 105 ein. Hierzu zählen beispielsweise Krankheits- und Kurkosten (soweit nicht von der Krankenkasse ersetzt), Beerdigungskosten, Ehescheidungskosten (Prozess), Pflegekosten (anstelle der Pauschalbeträge in Zeile 91 bis 94), Wiederbeschaffungskosten (zB bei Brand oder Hochwasser, wenn kein Versicherungsschutz möglich war), und Kosten für das Kfz (bei Behinderten). Die zumutbare Eigenbelastung, die Sie selber tragen müssen, bevor eine Steuerminderung greift, ermittelt das Finanzamt von sich aus.

Zeile 106 bis 109

Beschäftigte im Haushalt

Sie beschäftigen eine Haushaltshilfe? Geschieht das offiziell und bestenfalls sogar sozialversicherungspflichtig, will der Staat das belohnen. Für geringfügig Beschäftigte erhalten Sie bis zu 510 Euro, bei Haushaltshilfen, für die Sie auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen, sogar bis zu 2400 Euro Steuerermäßigung jährlich.

Zeile 110 bis 114

Dienstleistungen im Haushalt und von Handwerkern

Wenn Sie einzelne Dienstleistungen im Haus wie die Dienste eines Gärtners oder auch die Pflege bedürftiger Personen zB von einem Pflegedienst einkaufen, so können Sie immerhin 20 Prozent der Kosten bis zu einer Grenze von 3000 Euro berücksichtigen lassen. Das gleiche gilt für Handwerkerleistungen an Haus und Wohnung, also Streichen, Bodenbeläge erneuern oder Arbeiten in Küche oder Badezimmer. Mieter erhalten solche Posten auch in ihrer Nebenkostenabrechnung ausgewiesen, diese und ein Überweisungsbeleg müssen den Finanzamt für die Anerkennung vorgelegt werden. Im Höchstfall ergibt das also zwei Mal (Haushalt/Handwerk) einen Steuerrabatt von 600 Euro (20 Prozent von 3000 Euro). Die dürfen allerdings nicht schon über Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere außergewöhnliche Belastungen abgegolten sein und werden pro Haushalt nur einmal berücksichtigt (das überprüft die Angabe in Zeile 114).


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