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Neue Studie: Rentner fördern Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist in Deutschland weitgehend akzeptiert: Mehr als vier Millionen Haushalte beschäftigen Helfer schwarz - sei es fürs Putzen oder die Gartenarbeit. Besonders Rentner und Doppelverdiener-Haushalte tun sich bei der illegalen Beschäftigung hervor.

Mehr als vier Millionen Privathaushalte in Deutschland beschäftigen nach einer neuen Studie eine Hilfe fürs Putzen, die Gartenarbeit oder die Hausaufgabenbetreuung schwarz. Rund 95 Prozent der insgesamt 4,5 Millionen Haushaltshilfen arbeiteten ohne Rechnung, ergab eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

"Schwarzarbeit im Haushalt wird von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert", sagte die Leiterin des IW-Hauptstadtbüros, Karen Horn. Acht von zehn Befragten gaben in einer IW-Umfrage an, sie hätten kein schlechtes Gewissen, eine Hilfe illegal zu beschäftigen.

Bis zu 355.000 Jobs könnten entstehen

Die Familien unterstützenden Dienstleistungen machen laut Studie 16 Prozent der gesamten Schwarzarbeit aus, drei Punkte weniger als Handwerksleistungen beim Hausbau. Am häufigsten würden alleinstehende und pflegebedürftige ältere Menschen sowie Doppelverdiener-Haushalte ohne Kinder die Dienste von Haushaltshilfen in Anspruch nehmen. Anbieter seien oft ältere Frauen mit niedrigem Einkommen.

Durch eine Legalisierung von 30 bis 60 Prozent der Schwarzarbeit in Privathaushalten könnten 177.000 bis 355.000 reguläre Stellen entstehen, sagte Horn. Nach Berechnungen des IW sind bis zu 600.000 neue Vollzeitjobs möglich, wenn das Nachfragepotenzial von etwa 14 Millionen Haushalten voll ausgeschöpft werde. Der Berechnung wurde ein Stundenlohn von acht Euro zugrunde gelegt. Bei zehn bis zwölf Euro könnten 417.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Rechnung durchschnittlich bei 1000 Euro

Fast jeder dritte Erwachsene vergab der Erhebung zufolge im Jahr 2007 Arbeiten ohne Rechnung, im Durchschnitt bezahlte er dafür 1000 Euro. Jeder fünfte Erwachsene habe selbst schwarz gearbeitet - durchschnittlich 6,5 Stunden pro Woche für etwa zehn Euro pro Stunde.

Putzhilfen, Hausaufgabenbetreuung, Chauffeursdienste, Gartenarbeit machen laut Studie rund 16 Prozent der Schwarzarbeit aus, deren Löwenanteil mit 19 Prozent nach wie vor auf Handwerksleistungen rund um den Hausbau liegt. Nach einer aktuellen IW-Umfrage sagten acht von zehn Deutschen, dass sie kein schlechtes Gewissen haben, Schwarzarbeiter zu beschäftigen oder schwarz zu arbeiten. Als Gründe würden Überlastung in Haushalt oder Job, aber auch häufig die Pflege von Angehörigen aufgeführt.

Haushalte mit Pflegebedürftigen beschäftigten deshalb auch dreimal so häufig eine Haushaltshilfe wie die übrigen. Laut IW würden mehrere hunderttausend Jobs aus diesem Teil der Schattenwirtschaft geholt, wenn die Bundesbürger sich klar machten, dass Ehrlichkeit nach mehreren Arbeitsreformen nicht viel teurer als Schwarzarbeit sei. Auf jeden Fall entfalle das Risiko empfindlicher Strafen. Laut DGB kostet Schwarzarbeit 1,5 Millionen reguläre Jobs.

DPA / DPA