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Postbank: Keine Übernahme durch Deutsche Bank

Die Deutsche Post hat in einer offiziellen Erklärung einen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank ausgeschlossen und damit alle Spekulationen beendet. Es bleibt beim geplanten Börsengang.

Die Deutsche Post hat in einer offiziellen Erklärung einen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank ausgeschlossen und damit alle Spekulationen beendet. Der Börsengang der Postbank werde wie geplant am 21. Juni erfolgen, hieß es in der Mitteilung des Post-Vorstands am Donnerstag in Bonn.

Gespräche beendet

Wie aus informierten Kreisen bestätigte wurde, gab es Verhandlungen mit der Deutschen Bank über eine Übernahme der Postbank. Sie seien aber "gemeinsam beendet" worden. Woran eine Übernahme von Teilen der Postbank oder auch ein Komplettkauf scheiterte, war zunächst unklar.

Der Post-Vorstand machte in seiner Erklärung klar, dass es außerhalb des Börsengangs keinen Verkauf der Post-Tochter oder von Teilen des Instituts geben werde. Eben so wenig würden bei der Erstausgabe "größere Pakete" an Kreditinstitute oder andere strategische Investoren abgegeben. Auch darüber war spekuliert worden. Die Post werde auch nach dem Börsengang mit mindestens 50 Prozent und einer Aktie die Mehrheit an der Postbank halten, teilte der Post- Vorstand mit. Die Deutsche Bank bleibe weiter einer der Konsortialführer des Börsengangs.

Erklärung des Vorstandes der Deutschen Post AG

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Dr. Klaus Zumwinkel hat auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 6. Mai dieses Jahres in Köln angekündigt, dass der Börsengang der Postbank für den 21. Juni 2004 geplant sei, das Unternehmen jedoch flexibel die Entwicklung der Märkte beobachte, um für die Aktionäre ein optimales Ergebnis zu erzielen. Der Vorstand der Deutschen Post AG hat sich in den vergangenen Tagen mit verschiedenen strategischen Fragen und Sachverhalten befasst. Er erklärt dazu heute:

1. Der Börsengang der Postbank wird in der geplanten Form und in angekündigtem Umfang realisiert. Die Erstnotiz der Postbank-Aktie ist für den 21. Juni vorgesehen.

2. Außerhalb des Börsengangs wird es keinen Verkauf der Postbank oder von Teilen derselben an in- oder ausländische Investoren geben; ebenso wenig werden größere Pakete an Kreditinstitute oder andere strategische Investoren abgegeben.

3. Mindestens 50% und eine Aktie des Kapitals und der Stimmrechte der Postbank bleiben dauerhaft im Besitz der Deutschen Post AG.

4. Die Mandate der beiden Konsortialführer beim Börsengang bleiben ebenso wie die aller anderen Konsortialbanken bestehen.

5. Die konsequente Fortsetzung des bereits erfolgreich eingeschlagenen Weges entspricht dem Interesse aller Stakeholder, insbesondere der Kunden der Postbank und ihrer Mitarbeiter. Auch den Interessen der Aktionäre der Deutschen Post AG wird durch den Börsengang in optimaler Weise entsprochen.

6. Das offensichtlich hohe Interesse an der Postbank werten wir als Zeichen der Anerkennung der mittlerweile geschaffenen Substanz und der Attraktivität der Bank.

7. Durch den Börsengang erwarten wir ein positives Signal für den deutschen Kapitalmarkt.

8. Das Geschäftsergebnis des Bereichs Finanzdienstleistungen der Deutschen Post AG im ersten Quartal dieses Jahres, das fast 38% über dem Vorjahr liegt, belegt auf eindrucksvolle Weise den erfolgreichen Wachstumskurs dieses Unternehmenssektors.

DPA