Schlussverkauf Der Umtausch ist nicht ausgeschlossen


Manches Schnäppchen ist nur auf den ersten Blick eines. Beim zweiten Blick zu Hause entdeckt man plötzlich die nicht ganz so offensichtlichen Mängel. Auch hier ist eine Reklamation nicht aussichtslos.

Wer sich beim voraussichtlich letzten Schlußverkauf richtig ins Gewimmel stürzen möchte, hat jetzt noch einmal Gelegenheit dazu. Doch was tun, wenn man im Eifer des Wühltisch-Gefechts nach der falschen Größe gegriffen hat oder die Ware schadhaft ist? Die allgegenwärtigen Schilder 'Umtausch bei Schlussverkaufsware ausgeschlossen' suggerieren ja, dass da nichts mehr zu machen ist. Das stimmt so nur bedingt - es gilt nämlich nur für den Kulanzumtausch bei falschen Größen, falschen Farben und ähnlichen Auswahlfehlern.

'Übliche' Gewährleistung gilt immer

An den üblichen Gewährleistungsregeln kann jedoch auch der Schlussverkauf nicht rütteln, und so gilt für fehlerhafte Ware die reguläre Gewährleistungsfrist. Und da sind nach der letzten Neuregelung immerhin zwei Jahre für das ganze Produkt. Nur sogenannte Verschleißteile wie zum Beispiel Reißverschlüsse und Schuhsohlen sind von dieser Regelung ausgenommen. Bei Zweiter-Wahl-Ware darf der Umtausch für die Fehler ausgeschlossen werden, die der Händler ausdrücklich angegeben hat (Farbfehler, Stofffehler, Nähte). Taucht jedoch ein anderer Fehler auf, so gelten wieder die Gewährleistungsregeln.

Die Rechte bei fehlerhafter Ware

Händler haften für Mängel an der Ware, die bereits beim Kauf vorhanden waren oder in der Konstruktion begründet sind. Zunächst hat der Kunde einen Anspruch auf Lieferung einer mangelfreien Ware - um diesen durchzusetzen, kann er zwischen Umtausch und Reparatur wählen. Beim Umtausch muss ihm der Verkäufer ein tadelloses Ersatzprodukt anbieten. Er kann das nur ablehnen, wenn eine Ersatzlieferung - wie bei Antiqitäten und Kunstwerken - entweder unmöglich ist oder wenn die Kosten für den Ersatz in keinem Verhältnis zur Ware stehen, weil ein ausgelaufenes Modell beispielsweise einzeln nachgefertigt werden müsste. Wählt der Kunde die Reparatur, so darf der Händler zwei Reparaturversuche unternehmen. Bei teuren Sachen wie PC, Waschmaschine oder Auto muss der Kunde eine Reparatur geringer Mängel akzeptieren und hat kann nicht sofort auf Umtausch pochen. Schlagen die Reparaturversuche fehl, kann der Kunde entweder versuchen, einen Preisnachlass auszuhandeln oder er kann vom Vertrag zurücktreten.

Tritt er vom Vertrag zurück, so geht der Austausch in die andere Richtung: also der Kunde gibt die Ware zurück und erhält dafür den Kaufpreis wieder. Wichtig: Der Käufer hat dabei einen Anspruch auf die Rückerstattung von Bargeld und muss sich nicht mit Gutscheinen abspeisen lassen.


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