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Geplante Fristen, Kosten und Strafen: 43 Millionen Deutsche müssen ihren Führerschein umtauschen – was Sie jetzt wissen sollten

Die EU möchte die Führerscheine ihrer Mitgliedsländer einheitlich und fälschungssicher machen. Rund 43 Millionen Deutsche müssen ihre Fahrerlaubnis daher umtauschen, wollen sie eine Strafe vermeiden. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Führerschein-Umtausch - Austausch - EU-Richtlinie - Bundesrat

In Deutschland sind vom EU-weiten Führerschein-Umtausch laut ADAC rund 43 Millionen Fahrzeugführer betroffen

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Der bürokratische Aufwand wird riesig sein, die Warteschlangen in den Ämtern dürften lang ausfallen: In Deutschland müssen bis 2033 rund 43 Millionen Führerscheine ausgetauscht werden. Grund dafür ist eine 2006 von der EU verabschiedete Richtlinie, die es zum Ziel hat, die Führerscheine der Mitgliedsländer einheitlich und fälschungssicher zu machen und sie in einem weiteren Schritt in einer Datenbank zu erfassen, um Missbrauch vorzubeugen. Der Umtausch ist zwingend vorgeschrieben, es drohen Verwarngelder bei Nichtbeachtung und bei bestimmten Fahrern wird eine Verweigerung gar als Straftat gewertet.

Um den Umtausch so reibungslos wie eben möglich zu gestalten und zu entzerren, hat der Verkehrsausschuss ein Stufenmodell vorgeschlagen, über das der Bundesrat an diesem Freitag (15. Februar) berät. So sieht der Plan vor, die Führerscheine zeitlich gestaffelt nach Geburts- und Ausstellungsjahr vorzunehmen. 

Führerschein-Umtausch: Die geplanten Fristen im Überblick

Konkret vom Umtausch betroffen sind laut ADAC etwa 15 Millionen Autofahrer, deren (Papier-)Führerschein vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden sowie weitere 28 Millionen Besitzer von Scheckkartenführerscheinen, die zwischen dem 1. Januar 1999 und 18. Januar 2013 ausgegeben wurden. Da ein Umtausch nur persönlich beantragt werden kann, rechnen Experten mit erheblichen Wartezeiten. Diese sollen durch das geplante Stufenmodell möglichst gering gehalten werden. Bei älteren "Lappen" (vor 1999 ausgestellt) ist für den Austausch das Geburtsjahr des Fahrers entscheidend, bei den neueren das Austellungsjahr. Hier im Überblick:

Füherscheine, die bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden

Geburtsjahr FührerscheinbesitzerUmtausch bis
vor 195319. Januar 2033
1953-195819. Januar 2022
1959-196419. Januar 2023
1965-197019. Januar 2024
1971 oder später19. Januar 2025

Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt wurden

AusstellungsjahrUmtausch bis
1999-200119. Januar 2026
2002-200419. Januar 2027
2005-200719. Januar 2028
200819. Januar 2029
200919. Januar 2030
201019. Januar 2031
201119. Januar 2032
2012-18. Januar 201319. Januar 2033

Was braucht man für den Austausch, welche Strafen drohen?

Für den Zwangs-Umtausch benötigt der Antragsteller seinen Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto sowie den aktuellen Führerschein. Wurde der alte - egal ob rosa oder grau - Füherschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnorts ausgestellt, muss zudem eine sogenannte Karteikartenabschrift der Behörde vorgelegt werden, die die Fahrerlaubnis ursprünglich ausgestellt hat. 

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Führerschein - Polizeikontrolle

Den Führerschein müssen Autofahrer immer dabei haben. Dennoch hat es Vorteile, ein Bußgeld in Kauf zu nehmen und den Lappen daheim zu lassen.

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- Warum es klüger ist, den Führerschein zu Haus zu lassen

Für den Austausch, es wird mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit zwischen drei und vier Wochen gerechnet, wird laut ADAC eine Gebühr von etwa 25 Euro fällig. Der Füherschein selbst ist nach der Umstellung nur noch für 15 Jahre gültig. Wer angesichts des Aufwands darüber nachdenkt, die alte Erlaubnis einfach zu behalten, sollte gewarnt sein: Demnach droht sich verweigernden Pkw- und Motorradfahrern ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro. Anders sieht es im Fall von Lkw- und Bus-Führerscheinen aus. Deren Besitzer begehen eine Straftat, wenn sie den Austausch nicht vornehmen.

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Auch warnt der ADAC vor Auslandsreisen mit abgelaufener Fahrerlaubnis. Es könne im Einzelfall "zu erheblichen Problemen kommen", schreibt Europas größter Verkehrsklub auf seiner Homepage.

Quelle: ADAC

mod
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