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Warum es klüger ist, den Führerschein zu Haus zu lassen

Den Führerschein müssen Autofahrer immer dabei haben. Dennoch hat es Vorteile, ein Bußgeld in Kauf zu nehmen und den Lappen daheim zu lassen.

Führerschein - Polizeikontrolle

Ohne Führerschein in der Polizeikontrolle: Manchmal ist es besser, sich nicht allzu korrekt zu verhalten.

Der ordentliche Deutsche hat seine Papiere immer im Auto – Fahrzeugschein und Führerschein. Das muss er auch, denn so ist es vorgeschrieben. Klug ist das allerdings nicht. Zuerst einmal: Was passiert, wenn man in eine Verkehrskontrolle gerät, aber keinen Führerschein dabei hat? Dann muss man ein Verwarngeld von zehn Euro zahlen und eventuell den Führerschein auf dem Revier vorzeigen. 

Monatelang ohne Auto

Aber was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn man den brav in der Tasche hat? Dann kann ihn die Polizei bei einer Kontrolle beschlagnahmen. Wurde der Führerschein – also die Pappe oder die Karte – eingezogen, darf man auch nicht mehr fahren. Solange bis man den Schein wieder zurückbekommt.

Beim Verdacht auf Drogen am Steuer steckt die Polizei regelmäßig die Karte ein. Bis zum Eintreffen der Blutergebnisse muss der Betroffene dann zu Fuß gehen. Das kann bis zu drei Monaten dauern. Besonders ärgerlich ist der Verlust natürlich bei einem – hoffentlich! - negativen Ergebnis des Tests. Wenn man also nur etwas auffällige Augen hatte, aber keine genommen hatte. Irgendeine Entschädigung kann man dann nämlich nicht erwarten. 

Eine detailliere Darstellung gibt es bei den Fachanwälten Nierenz und Batz.

Nur die Karte kann mitgenommen werden

Ist der Führerschein bei der Kontrolle nicht vorhanden, kann die ihn auch nicht mitnehmen. Eine Beschlagnahmung ist nur bei einem physischen Schein möglich, das immaterielle Recht dahinter kann nicht konfisziert werden.

Im Prinzip könnten die Polizisten alternativ eine gerichtliche Sicherstellung anstreben. Das ist aber sehr aufwändig und wird daher nicht das normale Verfahren sein. Zumal der Betroffene die Möglichkeit hat, sich mit Stellungnahme, Widerspruch und Anwalt gegen die Sicherstellung zu wehren. Das hat alles aufschiebende Wirkung, sodass die Blutergebnisse vermutlich noch vor der Verhandlung eintreffen.

Kopie des Führerscheins hilft weiter

Es empfiehlt sich, eine Kopie des Führerscheins mit sich zu führen. Anders als weithin angenommen existiert kein generelles Kopierverbot von Ausweisen. Wichtig ist allerdings, dass die Kopie als solche erkennbar ist und nicht als Täuschung durchgehen könnte. Eine normale Schwarz-Weiß-Kopie dürfte also passen. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass man in manchen Situationen durchaus den echten Lappen benötigt. Eine Kopie reicht nicht, um einen Mietwagen ausgehändigt zu bekommen.

Kra

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