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Versicherungsschutz: Diese Kfz-Versicherungen brauchen Sie wirklich für Ihr Auto

Jedes Auto muss versichert werden, neben der Pflichtversicherung bieten die Versicherungen weitere Leistungen für Kraftfahrzeuge an. Worauf müssen Sie beim Versichern Ihres Autos achten und wie finden Sie die richtige Police für Ihre Bedürfnisse? Ein Überblick.

Bei einem Unfall ist jeder froh, wenn er die richtige Versicherung abgeschlossen hat.

Bei einem Unfall ist jeder froh, wenn er die richtige Versicherung abgeschlossen hat.

Getty Images

Wenn Sie ein Kraftfahrzeug besitzen, kommen Sie um die Haftpflicht-Police nicht herum. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Haftpflicht gilt für das Fahrzeug und zahlt für die Schäden, die das versicherte Auto anderen zufügt - ganz egal, wer am Steuer sitzt. 

Lange Jahre wurden die Verträge immer billiger, weil ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb tobte. Der Trend kehrte sich in den letzten Jahren um. Vor allem für die Hochrisiko-Gruppe "jung und männlich" ist die Kfz-Versicherung alles andere als billig.

Kfz-Versicherungs-Preise online vergleichen

Die Konditionen der Versicherungen kann jeder schnell vergleichen. Wer seinen Kfz-Schein zur Hand hat, kann im Internet binnen weniger Minuten die billigste Police für sein Auto finden. Ein Abschluss ist weitgehend risikolos. Denn die Kfz-Haftpflichtversicherer leisten im Wesentlichen alle dasselbe. Beträchtliche Unterschiede gibt es allerdings in Sachen Betreuung und Schadensabwicklung. Wer im Schadensfall einen Berater möchte, der ihm zu Hause beim Ausfüllen von Formularen hilft, sollte keine billige Internetversicherung ohne lokale Agenten wählen. Zusätzlich zu der vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung gibt es noch die sogenannten Kaskoversicherungen, das sind Fahrzeugversicherungen. Sie sichern Schäden am Fahrzeug des Versicherten ab, also Zerstörung, Beschädigung oder Verlust des Autos. Die Kaskoversicherungen sind keine Pflicht.

Was leistet die Kfz-Versicherung?

Zu den Leistungen der Kfz-Versicherung gehört vor allem die Übernahme von Schäden, die der Autofahrer anderen zufügt. Gesetzlich vorgeschrieben sind hierfür mindestens 7,5 Millionen Euro Versicherungssumme. Empfohlen wird aber, eine Versicherung mit höheren Beträgen abzuschließen, weil bei Unfällen lebenslange Schadensforderungen auf den Verursacher zukommen können. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte eine Versicherungssumme zwischen 50 und 100 Millionen Euro wählen.

Achten Sie auch auf die "Mallorca-Police". Das bedeutet, dass Ihr im Ausland gemietetes Auto mitversichert ist. Auch bei Autorennen oder vorsätzlicher Beschädigung erlischt der Versicherungsschutz.

Wann dürfen Sie die Kfz-Versicherung kündigen?

Die Kfz-Versicherung verlängert sich in der Regel um ein weiteres Jahr, sofern Sie nicht spätestens einen Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres eine schriftliche Kündigung bei Ihrer Versicherung einreichen. Ein Versicherungsjahr entspricht meist – aber nicht immer - einem Kalenderjahr, die Kündigung der Versicherung sollte Ihrem Versicherer somit bis zum 30. November vorliegen. Die ordentliche Kündigung bedarf keiner Angabe von Gründen.

Eine außerordentliche Kündigung kann aus verschiedenen Gründen und zu jeder Zeit erfolgen: nach einer Beitragserhöhung, wenn der Versicherer die Vertragsbedingungen ändert, im Schadensfall (egal, ob der Versicherer die Haftung übernimmt oder nicht) sowie beim Wegfall des versicherten Risikos (beispielsweise durch den Verkauf oder die Zwangsversteigerung des Autos).

Teil- oder Vollkaskoversicherung oder gar keine Kaskoversicherung für das Auto

Die Teil- und die Vollkaskoversicherung ersetzen Schäden am eigenen Auto. Die Teilkasko bietet Diebstahl- und Unwetterschutz – sie deckt nur einen  Teil der denkbaren Schadensursachen ab. Sie springt also für Schäden ein, bei denen der Wagen beispielsweise durch umher fliegende Dachziegel, herabstürzende Äste oder umgestürzte Bäume beschädigt wird. Hinzu kommt Glasbruch. Achtung: Diebstahl heißt, die Versicherung springt ein, wenn der Wagen gestohlen wird, bei Vandalismus wird nicht gezahlt.

Die Assekuranz zahlt im Schadenfall die notwendigen Reparaturen oder ersetzt im Bedarfsfall den Zeitwert des Wagens. Die Teilkasko kommt allerdings nicht für mittelbare Sturmschäden auf, etwa wenn Sie gegen einen vom starken Wind umgestürzten Baum prallen. Hier greift nur eine Vollkasko-Versicherung.

Diese ersetzt auch Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch eigenes Verschulden entstanden sind. Ein typische Fall: Sie fahren einem anderen Auto hinten rein. Die Haftpflicht zahlt den Schaden des Vordermanns. Die Teilkasko übernimmt nur Ihre kaputten Scheinwerfer. Haben Sie eine Vollkasko, wird Ihr Schaden komplett beglichen.

Die Vollkasko-Versicherung springt ebenfalls bei Fahrerflucht sowie Vandalismus durch Fremde ein. Beide Versicherungen sind allerdings nur für verhältnismäßig neue Wagen zu empfehlen. Teilkasko für Autos bis zu acht Jahren, Vollkasko für Autos bis zu vier Jahren.

Achtung: Bei den Kasko-Versicherung gibt es erhebliche Unterschiede im Leistungsumfang – zwischen Basis- und Premium-Versicherungen. Hier müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie die teuren Zusatzleistungen benötigen. Vereinbaren Sie eine Selbstbeteiligung zwischen 150 und 300 Euro - das drückt die Prämie.

Fahranfänger müssen meistens sehr hohe Prämien zahlen. Wenn Sie ein älteres Auto fahren, empfiehlt es sich auf den Kasko-Schutz komplett zu verzichten, damit der Kostenfaktor "Auto" im Rahmen bleibt.

Wie hoch sind die Beiträge für die Kfz-Versicherung?

Die Prämien für die Kfz-Versicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab: Von Fahrzeugart und -typ, Cabrios sind meist deutlich teurer als Limousinen. Auch der Abstellort (Einzelgarage oder Straße) beeinflusst den Preis, ebenso die Zahl der Nutzer und die jährliche Fahrleistung. Je mehr Fahrer den Wagen benutzen, desto teurer wird die Prämie. Zudem ist die Schadenfreiheitsklasse (siehe dort) ein Kriterium für die Beitragshöhe.

Wichtig ist auch der Wohnort: In einer Großstadt wie München sind Kfz-Policen teurer als in einer Kleinstadt wie Marburg. Überdies gibt es jede Menge Rabatte: Familien, Wenigfahrer, Garagenbesitzer und Beamte werden begünstigt. Stimmen müssen alle Angaben freilich, sonst gibt es im Schadensfall kein Geld.

Was sind Schadenfreiheitsklassen?

Die Prämienhöhe wird durch die Zahl der schadensfreien Jahre bestimmt. Das heißt: Je länger Sie unfallfrei unterwegs sind, desto weniger Beiträge müssen Sie zahlen. Versicherungen teilen die Kunden dazu in so genannte Schadenfreiheits- und Schadenklassen ein, von denen es bis zu 39 verschiedene gibt. Fahranfänger kommen in die unterste Schadenfreiheitsklasse und müssen je nach Unternehmen bis zu 280 Prozent, also fast das Dreifache des "Normaltarifs" zahlen. Ähnlich hoch werden auch diejenigen Autofahrer eingeordnet, die es häufig krachen lassen. Umgekehrt sinkt die Prämie mit jedem unfallfreien Jahr auf maximal 20 Prozent des "Normaltarifs". Die Schadenfreiheitsklassen werden in Verträgen mit "SF" abgekürzt.

Bei einigen Versicherungen ist es möglich, die Schadenfreiheitsklassen auf andere Personen zu übertragen - etwa von den Eltern auf das Kind. Das funktioniert aber nicht eins zu eins. Beispiel: Ein Vater war 20 Jahre unfallfrei unterwegs ("SF 20") und überträgt seinem Sohn, der ein Jahr Fahrerfahrung hat, die Schadenfreiheitsklasse. Der Nachwuchs wird in "SF 19" einsortiert, die Eltern verlieren dann aber unter Umständen ihre Schadenfreiheitsklasse.

Lohnt ein Auto-Schutzbrief?

Das kommt darauf an. Schutzbriefe werden von Autoclubs wie dem ADAC, dem Auto Club Europa (ACE), den großen Versicherungen und inzwischen auch von Internetanbietern angeboten. Leistungen und Preise variieren stark. Oft werden Abschleppgebühren bei Pannen, Übernachtungen bei Fahrzeugausfall oder Ersatz für verlorene Schlüssel bezahlt. Zwar sind Auto-Schutzbriefe (ab sechs Euro pro Jahr) relativ günstig, sie lohnen sich aber nur für diejenigen, die viel und oft mit älteren und pannenanfälligeren Autos unterwegs sind. Wer mit seinem Neuwagen nur in seinem Wohnort fährt, kann getrost darauf verzichten.

Welche Versicherung für Mofas und Mopeds?

Auch für so genannte Kleinkrafträder wie Mofas, Mopeds oder die vierrädrigen Quads gilt die Versicherungspflicht. Sie bekommen zwar kein amtliches Kennzeichen, dafür aber ein Versicherungskennzeichen, das einmal jährlich erneuert werden muss.

Zu welchem Zeitpunkt sollten Sie die Kfz-Versicherung wechseln?

Sollten Sie mit den Gedanken spielen, ihre Kfz-Versicherung zu wechseln, warten Sie bis kurz vor dem 30. November. Das ist für die meisten Versicherten der jährliche Kündigungstermin für Haftpflicht- und Kasko-Policen. In den Wochen zuvor überbieten sich die Versicherer meistens mit Angeboten und Sonderkonditionen. Manchmal hilft auch ein Anruf bei der bestehenden Versicherung, damit Ihnen bessere Konditionen angeboten werden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.