VG-Wort Pixel

Recht "Finanztest" – die größten Irrtümer über die Kfz-Versicherung

Viele Kunden wissen nicht, was die Versicherung bezahlt und was nicht.
Viele Kunden wissen nicht, was die Versicherung bezahlt und was nicht.
© Getty Images
Jeder Autofahrer hat eine Versicherung, doch die wenigsten wissen, was sie schützt und welche Schäden sie nicht bezahlt. "Finanztest" klärt auf.

Jeder Autofahrer hat eine Kfz-Versicherung. Kfz-Haftpflichtversicherung ist obligatorisch, sie deckt die Schäden ab, die das Fahrzeug anrichtet. Teil- und Vollkasko sind für Schäden am eigenen Auto da. Aber auch wenn die Versicherungen weit verbreitet sind, gibt es immer wieder falsche Annahmen über den Umfang des Versicherungsschutzes. In der aktuellen Ausgabe klärt die "Finanztest" über typische Versicherungsirrtümer auf.

Vielen Kunden ist immer noch nicht klar, dass die Leistungen von einem Vertrag zum anderen variieren. Es handelt sich nicht um ein standardisiertes Produkt, bei dem nur auf den Preis geschaut werden muss. Im Gegenteil, es gibt alles von Budget-Paketen, die nur das gesetzliche Minimum abdecken, bis hin zu Luxus-Varianten, die einen besseren Schutz bieten.

Mehr als nötig

Das fängt schon bei der Kfz-Haftpflichtversicherung an. Die deckt nämlich keinesfalls alle Schäden ab. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme beträgt für Personenschäden 7,5 Millionen Euro und für Sachschäden sind es nur 1,22 Millionen Euro. Die können insbesondere bei Unfällen mit mehreren Unfallopfern leicht übertroffen werden. Hier empfiehlt "Finanztest" höhere Deckungssummen von 50 oder 100 Millionen Euro.

Dafür ist die Unfallversicherung eigentlich unnötig, sie wird aber gern verkauft. Tatsächlich zahlt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers Schmerzensgeld und Schadenersatz bei Personenschäden. Und das auch bei Passagieren und Verwandten des Verursachers. Sie müssen nicht extra abgesichert werden. Nur der Fahrer geht meist leer aus. Doch die Option "Fahrerschutz" als Teil der Kfz-Haftpflicht ist meist sinnvoller und weit günstiger als eine weitere Unfallversicherung. Für die Assekuranz ist die Unfallversicherung dagegen sehr spannend, liegen alle Versicherungen bei einem Anbieter, kassiert der für ein Risiko bei mehreren Verträgen ab, müsste im Schadensfall aber nur einmal zahlen. Eine Lücke gibt es nur, wenn der Unfallverursacher nicht ermittelt werden kann oder nicht versichert ist, was bei einem Fußgänger ohne Privathaftpflicht möglich ist.

Die Tester weisen auch darauf hin, dass man bei einem E-Auto die Versicherung genau prüfen solle. Hier kommt es darauf an, inwieweit die Kaskoversicherung Schäden am Akku trägt oder ob die Police auch Schäden an der Ladestation abdeckt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Werden Abschleppfahrten übernommen, weil das Auto mit leerem Akku liegen bleibt?

Nicht jedes Tier mit Haaren ist ein Haarwild

Ein Klassiker ist die Frage der Tierschäden in den Kaskoverträgen. Denn Tier ist nicht gleich Tier. In einfachen Policen wird die Leistung auf "Haarwild" beschränkt. Aber was ist Haarwild? Das ist ein Begriff aus dem Bundesjagdgesetz. Hirsche, Wildschweine, Füchse und Dachse gehören dazu. Aber andere ebenfalls behaarte Tiere wie Hunde und Kühe eben nicht. In der Versicherung müssen "alle Tiere" abgedeckt werden.

Immer häufiger werden Fahrzeuge elektronisch aufgebrochen. Dann zahlt doch die Versicherung. Das sollte man glauben, aber in Wahrheit ist es komplizierter. Wenn der Wagen gesichert wurde und er danach elektronisch aufgesperrt wurde, stimmt das. Das ist der Fall, wenn die Diebe das Funksignal mit einem speziellen Gerät verstärken. Mit so einem Extender "glaubt" das Auto, der Fahrer stehe mit seinem Funkschlüssel vor der Wagentür, während der Schlüssel tatsächlich auf dem Schrank im Flur liegt. Ganz anders sieht es aber aus, wenn die Diebe das elektronische Abschließen des Autos mit einem Störsender verhindern. Dann muss die Versicherung nicht zahlen, weil das Auto ja nicht gesichert wurde, so die verquere Logik. Man sollte also unbedingt auf die Licht- und Tonsignale beim Abschließen achten. Wird der Funkbefehl gestört, leuchten die Blinker nicht auf.

Diese und noch mehr Tipps können Sie gegen eine Gebühr bei "Finanztest" nachlesen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker