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Restalkohol Karneval und Alkohol – wann dürfen die Narren wieder Auto fahren?

Im Karneval beginnt die Party schon am Vormittag.
Im Karneval beginnt die Party schon am Vormittag.
© Silvia Jansen / Getty Images
Im Karneval wird gefeiert und getrunken. Manchmal vom Vormittag bis spät in die Nacht. Problematisch wird es, wenn man am nächsten Morgen wieder ins Auto steigt. Wir erklären, wie schnell die Promille wieder verschwinden.

Karneval und Weihnachtsfeiern – das sind die Höhepunkte des Alkoholjahres. Nie wird so viel getrunken wie zu diesen Zeiten. Bei Weihnachten gilt das überall im Bundesgebiet. Wie hart der Karneval gefeiert wird, ist regional unterschiedlich. Beiden Ereignissen ist gemeinsam, dass auch Personen, die sonst dem Alkohol nicht so zusprechen, deutlich über den Durst trinken.

Viele sind so vernünftig, nach der Feier das Auto stehen zu lassen. Doch schwierig wird es am Tag danach. Echte Jecken nehmen sich die tollen Tage frei, andere fahren am nächsten Morgen zur Arbeit. Gegen den dicken Kopf helfen Tabletten, aber nicht gegen den Restalkohol. Denn der baut sich nicht so schnell ab.

Hausmittel bauen keinen Alkohol ab

Es gibt unzählige Hausmittel, um nach einem Rausch die Übelkeit und einen dicken Kopf zu vermeiden. Manche schwören auf Kopfschmerztabletten und Wasser, andere auf Gemüsesäfte, und auch der Hering als klassisches Katerfrühstück hat immer noch Anhänger. Tatsächlich mögen diese Mittel auch helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Aber im besten Fall lindern diese Mittel die Probleme, die Abbauprodukte des Alkohols im Körper verursachen. Eines machen sie aber ganz gewiss nicht: Sie führen nicht dazu, dass der Alkohol schneller abgebaut wird. Ist Alkohol erst einmal im Blut, wird er relativ konstant von der Leber umgewandelt. Nur das Erbrechen des Mageninhalts unmittelbar nach Alkoholgenuss mindert den Alkoholspiegel ein wenig.

Wie viel Bier macht welche Promillewerte?

Es ist leider nicht einfach zu berechnen, wieviel Alkohol zu wieviel Promille führen. Neben der Menge des Alkohols spielen Gewicht und die Zufuhr anderer Nahrungsmittel eine Rolle. Als grobe Faustformel kann man rechnen, dass ein Bier, ein Glas Wein und ein Schnaps bei 65 Kilogramm Körpergewicht etwa zu 0,2 Promille führen. Vorsicht aber auf privaten Partys: Wenn gut ausgeschenkt wird oder "richtige" Drinks gemixt werden, wird häufig sehr viel mehr Alkohol ins Glas geschüttet als sonst üblich ist. Da helfen die Tabellen dann nicht weiter.

Man trinkt schneller, als die Leber arbeitet

Sind die Promille erst einmal im Körper, bauen sie sich konstant ab. Als Faustformel gilt: etwa 0,1 Promille pro Stunde verschwinden. Ein oder zwei Gläser Wein zum Abendessen sind morgens also kein Problem mehr. Bei echter Trunkenheit sieht das anders aus. Personen, die auch sonst mal ein Gläschen trinken, können bei einer Party am Ende leicht auf Werte von 1,5 bis 1,8 Promille kommen – ohne dass sie unter extremen Ausfallerscheinungen wie Stürzen oder kompletter Desorientierung leiden.

Warum ist Karneval so gefährlich?

Hier halten auch Personen mit, die das Trinken in geselliger Runde nicht gewohnt sind. Sie überrascht die Dynamik in der Gruppe mit gemeinsamen Runden und Trinkspielen. Vor allem aber: Anders als die meisten privaten Partys finden Karnevalsfeiern auch an Wochentagen statt – häufig mit einem normalen Arbeitstag am nächsten Morgen. Anstatt lange Ausschlafen und Kater-Nachmittag steht dann frühes Aufstehen auf dem Programm. Die Nacht zwischen letztem Drink und Fahrt ins Büro kann sehr kurz sein. Die Kombination von viel Alkohol und kurze Abbauzeit macht diese Feiern so brisant.

Dazu gibt es bei Veranstaltungen wie Karneval oder Spring Break eine weitere Besonderheit: Es wird nicht erst am Abend mit dem Trinken begonnen. Schon am Vormittag kommen hier ein paar Gläschen zusammen. Auch wer tagsüber nur sehr mäßig trinkt, wird mehr zu sich nehmen, als die Leber in kurzer Zeit abbauen kann. Die Abschlussparty des Tages wird dann bereits mit einer soliden Grundlage von nicht abgebauten Tagespromille begonnen.

Der letzte Drink

Ein extremes Beispiel: Der letzte Drink erfolgte um zwei Uhr in der Nacht, mit 1,8 Promille geht es dann ins Taxi und um sieben Uhr soll es wieder losgehen: Dann dürften immer noch 1,1 bis 1,3 Promille im Blut sein. Damit wäre man absolut fahruntüchtig, die Fahrt lebensgefährlich. Bei einer Kontrolle oder einem Unfall wäre der Führerschein weg. 1,8 Promille ist sicher nicht die Regel, aber ein Schwips von 1,0 Promille ist auf einer Feier kaum zu vermeiden. Und auch davon können nach fünf Stunden immer noch 0,5 Promille übrig sein.

Neben der Menge des Alkohols ist das Party-Ende entscheidend. Endet die Sause früh, entschärft sich die Lage deutlich. Bei einem gemeinsamen Essen bis 22 Uhr wird zwar auch getrunken, der Alkoholkonsum artet aber selten aus. Und zum anderen ist die Abbauzeit sehr viel länger. Wer um zehn Uhr mit 1,3 Promille im Blut nach Hause geht, hat bis sieben Uhr morgens immerhin neun Stunden Zeit seinen Wert auf 0,4 Promille zu drücken.

Und so kommen die Promille zusammen: Ein Mann von 80 Kilogramm trinkt zwischen acht Uhr abends und ein Uhr nachts fünf Gläser Bier mit je 0,5-Liter. Dazu gibt es zwei größere Schnäpse. Dann erreicht er kurz nach eins einen Maximalwert von 1,54 Promille.

Trinkt eine Frau von 55 Kilo in der gleichen Zeit drei Gläser Bier (0,5 l) und dazu zwei Schnäpse, liegt ihr Maximalwert bei 1,69 Promille. Angesichts des drohenden Morgens sollte man auf jeden Fall den "Absacker" vor dem Einschlafen verkneifen.

Die beste Kontrollmöglichkeit

Auch Privatpersonen können sogenannte "Alkoholtester" erwerben. Sie messen – wie bei den Kontrollen der Polizei – nicht den Alkoholgehalt des Blutes, sondern den der Atemluft. Um eine Verunreinigung durch Alkohol im Mundraum auszuschließen, sollen sie erst 20 Minuten nach dem letzten Drink benutzt werden. Auch ein Schluck Nicht-Alkoholisches hilft, die Mundhöhle von Alkoholresten zu reinigen. Wie bei einer Polizeikontrolle wird dann in das Messgerät geblasen. Die Firma ACE hat die Genauigkeit ihrer Geräte von der Universität Wien überprüfen lassen.

Sie erreichen eine Exaktheit der Ergebnisse von über 95 Prozent. Das ist für den Privatgebrauch mehr als ausreichend. Mit einem Genauigkeitsgrad von 97 Prozent kostet ein Markengerät etwa 80 Euro. Sollen Werte von über 99 Prozent erreicht werden, steigt der Preis stark. Mit so einem Tester spart man sich die komplizierte und fehleranfällige Promille-Rechnerei.

Die Konsequenzen

Wird man kontrolliert, führen 0,5 Promille bei einem Erstverstoß zu einem Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot. Für Wiederholungstäter wird es teurer. Ab 1,1 Promille ist man absolut fahruntüchtig. Bestraft wird man mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Der Führerschein kann zwischen sechs Monaten und fünf Jahren entzogen werden. In Flensburg gibt es drei Punkte.

Ab 1,6 Promille wird zudem regelmäßig die gefürchtete Eignungsprüfung MPU angeordnet. Aber auch wer nur 0,3 Promille im Blut hat, muss eine Strafe fürchten, wenn er sich auffällig im Straßenverkehr verhält. 

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