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SCHULDEN: Geld im Sonderangebot

Die Zinsen haben ein Rekordtief erreicht. Jetzt alte Kredite umzuschulden lohnt sich aber trotzdem nur in Ausnahmefällen.

Der Preis für geliehenes Geld ist günstig wie selten zuvor. So kostet heute ein Immobiliendarlehen von 50.000 Euro etwas mehr als 250 Euro monatlich. Gerechnet mit einem Effektiv-Zinssatz von rund 5,5 Prozent und einem Prozent Tilgung, festgeschrieben auf zehn Jahre (siehe Infografik). Ein günstiger Zins für Konsumentenkredite liegt bei rund neun Prozent. Gute Zeiten für alle, die sich jetzt Geld leihen wollen, komplizierter für Verbraucher die nun alte, teurere Darlehen umschulden wollen.

»Grundsätzlich sind Immobilienkredite vor Ende der Zinsfestschreibung nicht kündbar«, sagt Holger Klapproth von der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank (DG Hyp). Nur unter bestimmten Umständen, beispielsweise Verkauf oder Nachfinanzierung der Immobilie, erlaubt das Kleingedruckte den vorzeitigen Ausstieg aus dem Kreditvertrag. Doch dabei darf die Bank den aus der Zinsdifferenz entstehenden »Schaden« bei einer Umfinanzierung in Rechnung stellen. Hinzu kommen weitere Kosten, etwa für Grundbuchänderungen, Neugutachten und Bearbeitung. »Für Verbraucher äußerst selten ein gutes Geschäft, das für jeden Einzelfall genau durch-gerechnet werden müsste«, warnt Klapproth.

Das gilt genauso für das Umschulden von Konsumkrediten. Zwar ist die Kündigung mit Drei-Monats-Frist möglich. Beträgt die Differenz zwischem altem und neuem Zins aber weniger als 2,5 Prozent, kann man sich laut Verbraucherschützern das Durchrechnen sparen. Experten raten, laufende Kredite bis zum Ende zu bezahlen. Läuft bei Immobilienfinanzierungen die Zinsbindung aus, sollte sowohl mit der alten Bank als auch mit anderen Anbietern über neue Konditionen verhandelt werden. Bei neuen Abschlüssen sollten sich Verbraucher die heutigen Niedrigzinsen längerfristig sichern.

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