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Action: Dieser niederländische Discounter will Deutschland erobern

Mit Preisschlachten buhlen Deutschlands Discountern um Kunden - eigentlich ist der Markt längst gesättigt. Dennoch will nun eine niederländisches Unternehmen als Billigheimer hierzulande durchstarten. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Neuer Discounter in Deutschland

Neuer Discounter will in Deutschland durchstarten

Aldi und Lidl - diese zwei Unternehmen stehen für die Discounter-Landschaft in Deutschland. Im verangenen Jahr erwirtschaftete die Aldi-Gruppe rund 28 Milliarden Euro, Lidl rund 22 Milliarden Euro. Dabei mischen auch noch andere Händler mit wie Penny, Norma oder Netto. Günstige Einkaufsmöglichkeiten sind den Deutschen wichtig. Nicht nur für Lebensmittel wollen sie wenig bezahlen, auch bei Haushaltswaren, Reinigungsmitteln und Drogerieartikeln schauen sie genau auf den Preis. Selbst die großen Supermarktketten Rewe und Edeka wissen das und haben mit preiswerten Eigenmarken und Aktionsware auf dieses Einkaufsverhalten reagiert.

Klar ist: Eigentlich ist der Einzelhandel, der den täglichen Bedarf decken soll, in Deutschland längst gesättigt. Inzwischen tobt schon eher ein Verdrängungskampf zwischen Filialen der Wettbewerber. Discounterfreie Flecken auf der Landkarte findet man kaum noch. Daher scheint der Plan des niederländischen Discounters Action, nun in Deutschland durchzustarten, zunächst überraschend. Doch offenbar haben die Holländer einen Plan.

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Billige Markenware bei Action

In Düsseldorf hat Mitte Dezember 2016 eine Action-Filiale eröffnet. Und die erinnert an die Anfänge Deutscher Discounter: Mit Neonröhren, graue Regale und Sprenkelfliesen, so die "Lebensmittelzeitung", würde das Geschäft wohl keinen Designpreis bekommen. "Wir haben ganz bewusst ein zweckmäßiges Ladendesign und konzentrieren uns auf Preis und Produkt", sagt Deutschlandchef Steffen Rosenbauer zur "Lebensmittelzeitung". Reduziertes Interieur, aber aggressive Preispolitik. Dabei setzt Action nicht gezielt auf den Lebensmittelbereich - wie Aldi oder Lidl -, sondern auf Aktionsware. Paketband für 39 Cent, einen Schlafsack für knapp 14 Euro, Tefal-Pfannen für 17,95 Euro: Action setzt auf Schnäppchen, kaum ein Produkt darf über 20 Euro kosten. "Wir verkaufen alles von der Chipstüte bis zur Socke, von der Wandfarbe bis zum Putzmittel", sagt Rosenbauer der "Lebensmittelzeitung". 

In 13 Warengruppen wird das Angebot aufgeteilt: Multimedia, Hobby und Schreibwaren, Deko, Heimtextilien, Garten, Haushaltsware, Waschen, Putzen und Reinigen, Tierbedarf, Textilien, Heimwerken, Körperpflege, Spielwaren und Lebensmittel. Action will Menschen mit niedrigem Einkommen genauso wie Schnäppchenjäger als Kunden locken.

Action wechselt das Sortiment aus

Für Gewohnheitseinkäufer ist dieses System allerdings wenig einladend, denn ein Großteil der Produktpalette wechselt. Wer immer das gleiche Shampoo kauft oder die gleichen Müllsäcke wird bei Action enttäuscht. "Es ist gar nicht unser Anspruch, ein komplettes Sortiment abzubilden", sagt Rosenbauer zur "Lebensmittelzeitung". Rund 6000 Artikel hat der Discounter im Angebot, nur 2000 sind davon fest im Sortiment. Jede Wochen werden zwischen 150 und 200 Artikel ausgewechselt. Darunter sind auch Markenartikel: Bei den Lebensmitteln dominieren Süßwaren, darunter Haribo, Oreo oder Mars.


dm, Rossmann und Müller bekommen Konkurrenz

Aber auch Drogerieartikel von Nivea, Colgate, Palmolive und anderen namhaften Herstellern gibt es zu Schnäppchenpreisen. Das dürfte den großen Drogerieketten wie dm, Rossmann oder Müller gar nicht gefallen. Denn Action ist zwar schon seit 2009 in Deutschland, doch in den vergangenen Monaten expandiert das Unternehmen besonders aggressiv. Weil bei Action der Bereich von Reinigungsmitteln, Bodylotions, Katzenfutter und Kosmetik besonders günstig angeboten wird, wird der Discounter auch für Drogerieketten zum Wettbewerber. Wie sehr man Action ernst nehmen muss, zeigt das jährliche Wachstum von rund 27 Prozent, welches der Discounter erzielt. In Deutschland will der Billigheimer richtig durchstarten, die Bundesrepublik soll wichtigster Markt für das Unternehmen werden. Ganz unrealistisch scheint das nicht, denn in kaum einem anderen europäischen Land werden Discounter so gut angenommen wie hierzulande. 

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kg