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Geld-Abheben: Erste Sparkassen nehmen jetzt Gebühren fürs Geld-Abheben am Automaten

Bei einigen Sparkassen müssen Kunden mit Zusatzkosten rechnen, wenn Sie Geld am Automaten abheben. Experten befürchten, dass das erst der Anfang ist.

Sparkassen erheben Gebühren fürs Geld-Abheben

Eigentlich hatten sich die deutschen Sparkassen im Jahr 1996 darauf geeinigt, dass das Geld-Abheben kostenlos für Sparkassen-Kunden angeboten werden sollte. Verbraucher konnten jahrzehntelang an einen der rund 27.000 Geldautomaten der knapp 400 Sparkassen in Deutschland ohne Gebühren Geld abheben. Auch wenn die Sparkassen nicht als eine Bank funktionieren, ging dieser Service als Angebot des Bankenverbunds auf. Doch damit ist nun Schluss.

Wie das Finanzportal "Biallo.de" ermittelt hat, haben mittlerweile über 40 der knapp 400 Sparkassen diesen Service heimlich, still und leise eingeschränkt oder sogar ganz abgeschafft.

Geldautomat

Sparkassen fordern Gebühren für Geldautomaten-Nutzung

Nun  muss auch mal gezahlt werden. Zu den Zahlern gehören die Kunden der Sparkasse in Erdingen-Dorfen nördlich von München. Haben sich die Kunden für das günstige Konto-Modell "Giro Klassik" entscheiden, können sie nur zweimal im Monat Geld am Schalter und vier Abhebungen am Automaten kostenfrei vornehmen - danach werden sie zur Kasse gebeten. 0,29 Euro werden pro Abhebevorgang fällig. Nach diesem Modell verfahren noch 23 weitere Sparkassen.
Doch es geht auch noch teurer: So bietet die Sparkasse Wittgenstein zwar fünf kostenlose Abhebungen - danach sollen Kunden einen Euro für den Service zahlen. Die Sparkasse Rottach-Inn rückt nur zweimal gebührenfrei Geld heraus, danach werden für jede Abhebung 50 Cents fällig. Und die Sparkassen in Grebenstein und Bad Sachsa geben gar kein Geld mehr ohne Gebühren ab: Kunden zahlen ab der ersten Abhebung 50 Cent.


Sparkassen mögen sich nicht äußern

Das Problem für Kunden: Werden diese Gebühren transparent beim Geldautomaten ausgewiesen? Oder sammeln die Sparkassen die Gelder heimlich ein? Neben der Sparkasse in Erdingen kontaktierte das Finanzportal "Biallo" neun weitere Sparkassen, nämlich in Wittgenstein, Anhalt-Bitterfeld, Rottal-Inn, Vest-Recklinghausen, Grebenstein, Bad Sachsa, Rastatt-Gernsbach, Aurich-Norden und Vorpommern - allerdings ohne Antwort zu bekommen.

"Die Banken scheinen immer kreativer zu werden, um Preiserhöhungen mit Verweis auf die angeblich politisch gewollte Niedrigzinsphase durchsetzen zu können", so Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig zum Finanzportal. In den vergangenen Monaten hatten auch andere Banken Gebühren für Kontoleistungen, die lange Zeit kostenlos angeboten wurden, eingeführt.

kg