Spartipps Zwischenstopp für den Spargroschen: Geldmarktfonds


Wer bei der derzeitigen Börsensituation einen »Parkplatz« für seinen Spargroschen sucht, sollte sich vielleicht eine Investition in Geldmarktfonds überlegen.

In turbulenten Börsenzeiten sucht mancher Anleger nach einem Zwischenstopp für seinen Spargroschen. Wer bei der derzeitigen Kurs-Achterbahnfahrt auf dem Frankfurter Parkett eine Auszeit nehmen möchte, kann sein Kapital zum Beispiel in Geldmarktfonds parken. Dies ist eine Alternative zum Sparbuch mit seiner vergleichsweise mageren Rendite.

Schattendasein zwischen den anderen Fonds

Doch während Aktien- und Rentenfonds in aller Munde sind, führt diese Anlageform in Deutschland ein Schattendasein. Das belegt eine Statistik des Bundesverbands Deutscher Investment-Gesellschaften (BVI) in Frankfurt: Im dritten Quartal 2000 verdoppelte sich das in Aktienfonds verwaltete Vermögen gegenüber September 1999 auf 237,3 Milliarden Euro. Diese Summe verteilte sich auf 736 Fonds. Dagegen belief sich im selben Zeitraum das Volumen der in den 69 Geldmarktfonds investierten Beträge auf nahezu bescheidene 32,5 Milliarden Euro.

Auch wenn Geldmarktfonds keine Konkurrenz für Aktien- und Rentenfonds sind, bieten sie sich als Zwischenstation für gerade nicht benötigtes Kapital an. Das Prinzip ist einleuchtend: Die Fondsmanager legen das Geld in großem Stil in fest verzinsliche Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr an. Das können unter anderem Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Bankguthaben sein. Der Clou liegt in der hohen Summe, die diese Fondsmanager bewegen. So erhalten sie weitaus günstigere Konditionen als ein Einzelkunde mit seinem vergleichsweise schmalen Geldbeutel.

»Geldmarkfonds sind zum Parken von Geldern gedacht«, sagt Beate Kirchner von der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt. »Wenn man in nächster Zeit größere Anschaffungen plant, bieten sie eine Möglichkeit, das Geld zu deponieren, ohne Kursverluste zu riskieren.«

Geld ist täglich verfügbar

Größter Vorteil ist die Flexibilität. Das Geld ist im Gegensatz zu anderen Investitionsarten täglich verfügbar. Kommt es nach einer Börsenflaute wieder zu einer Erholung, kann der Anleger sofort auf sein Kapital zurückgreifen. »Geldmarktfonds sind für kurzfristig orientierte Anleger optimal, die keine Zinsen verschenken wollen«, sagt Carsten Böhme von der Investmentgesellschaft DWS in Frankfurt. Während bei einem Sparbuch nicht unbegrenzte Beträge abgehoben werden können, seien bei Geldmarktfonds keine Grenzen gesetzt.

Auch bei der Rendite kommt der Anleger deutlich besser weg als bei Omas Sparbuch. Dort sind die Zinsen in der Regel gering, während bei Geldmarktfonds mit drei Prozent und mehr gerechnet werden kann. »Die Rendite orientiert sich bei Geldmarkfonds an jenen Zinsen, die am Geldmarkt gezahlt werden«, sagt BVI-Sprecher Günter Schardt. Zu den Spitzenreitern gehört der DM Reserve Fond mit 3,49 Prozent Jahreszinsen. Ein Ausgabeaufschlag müsse in der Regel nicht bezahlt werden, so Schardt. Das gilt auch für den DWS Geldmarktfonds, der mit einer Rendite von 3,48 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten zu den Spitzenreitern gehörte.

Noch höhere Zinsen verzeichnete im selben Zeitraum der DWS Geldmarkt plus mit einer Rendite von 3,64 Prozent. Hierfür ist allerdings eine Anlagesumme von mindestens 100.000 Euro notwendig. Die Rendite erhält der Anleger ungekürzt, solange er sich im Rahmen seines Sparfreibetrages bewegt. Will man an Vater Staat so wenig Geld wie möglich abgeben, kommen geldmarktnahe Fonds in Betracht, die häufig auch steuerliche Aspekte berücksichtigen.

Höhere Rendite bei höherem Risiko

Wen eine Rendite um die drei Prozent nicht so recht aus dem Sessel reißt, kann auf Geldmarkfonds zurückgreifen, die in Fremdwährungen investieren. »Hier winken zusätzlich zu den Zinsen auch die Währungseinnahmen«, sagt Finanzexpertin Kirchner. So kommen bei einem Dollarfonds in Zeiten eines extrem schwachen Euros auch entsprechend hohe Renditen zu Stande. »Von zwölf Geldmarktfonds auf Dollar haben im Zeitraum vom 30. September 1999 bis zum 30. September 2000 alle eine Rendite von über 25 Prozent erzielt«, sagt Kirchner.

Allerdings sei das Risiko entsprechend höher, schränkt sie ein. »Wir gehen davon aus, dass der Euro im Verhältnis zur US-amerikanischen Währung unterbewertet ist und Dollarfonds auf lange Sicht große Verluste erleiden werden.« Daher sei eine derart gute Fondsentwicklung in Zukunft keineswegs garantiert. Auch Schardt vom BVI empfiehlt Anlegern, die auf Fremdwährungen setzen wollen, an die möglichen Währungsschwankungen zu denken.

Ohnehin ist ein Anleger, der in erster Linie schnell und viel Gewinn machen will, bei den Geldmarktfonds eher an der falschen Adresse. Vielmehr verspricht diese Anlageform eine etwas höhere Rendite mit minimalen Risiko. Geldmarktfonds investierten in Papieren mit kurzen Laufzeiten, erläutert Kirchner. Diese werden in der Regel von den Fondsmanagern nicht mehr verkauft, so dass eine gewisse Sicherheit da ist.


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