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Was Sie absetzen können: Steuererklärung: Mit diesen Tipps holen Sie jetzt mehr Geld heraus

Wenn man schon wegen Corona zu Hause sitzen muss, kann man doch auch die Steuererklärung machen. Mit diesen Tipps sparen Sie jetzt Geld. Und im nächsten Jahr können Sie dank Home-Office vielleicht noch mehr absetzen.

Steuererklärung

Papierformulare sind bei der Steuererklärung ein Auslaufmodell

Getty Images

Der Osterurlaub fällt wegen Corona aus? Im Job ist Kurzarbeit angesagt? Oder der Betrieb steht sogar komplett still? Wer eine sinnvolle Heimbeschäftigung für die Corona-Zeit sucht, landet derzeit schnell bei der Steuererklärung. Zwar muss die Einkommensteuererklärung 2019 erst bis 31. Juli 2020 gemacht sein - und nicht mehr wie früher bis Ende Mai (mit Steuerberater sogar erst bis Ende Februar 2021). Doch warum die lästige Pflicht in diesem Jahr nicht schon zeitig erledigen? Die mögliche Rückzahlung vom Finanzamt können viele in diesen wirtschaftlich turbulenten Zeiten sicherlich gut brauchen.

Hier sind die wichtigsten Tipps für die Steuererklärung 2019 - und ein kleiner Ausblick, wie sich das Corona-Arbeitszimmer im nächsten Jahr auswirken könnte.

1. Steuererklärung 2019 überhaupt machen

Rund jeder zweite Steuerzahler ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Der Aufwand lohnt sich meistens. Neun von zehn Steuerpflichtigen bekommen Geld zurück – im Schnitt sind es rund 1000 Euro, wie das Statistische Bundesamt zuletzt für das Jahr 2015 errechnet hat. Wer keine Erklärung abgeben muss, kann dies trotzdem freiwillig tun, um ebenfalls von einer möglichen Erstattung zu profitieren. Das lohnt sich vor allem wenn man

  • berufliche Ausgaben - sogenannte Werbungskosten - von mehr als 1000 Euro hatte (so hoch ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, der ansonsten angesetzt wird)
  • Sonderausgaben (unter anderem Kirchensteuer, Vorsorgeaufwendungen, Kinderbetreuungskosten)
  • und/oder außergewöhnliche Belastungen (wegen Krankheit, Unfall, Pflege) absetzen kann.

Deutlich sparen können auch Paare, die unterschiedlich viel verdienen, und sich zusammen veranlagen lassen.

2. Ein Steuerprogramm zu Hilfe nehmen

Die Zeiten, in denen man vor Papierformularen rätseln musste, was wo wie eingetragen gehört, sind längst vorbei. Die Finanzverwaltungen haben sich digitalisiert. Für die Steuererklärung kann man entweder die kostenlose Elster-Software der Finanzämter benutzen. Oder, noch besser: Man lädt sich ein Steuerprogramm herunter, das einen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung führt, dabei wertvolle Hinweise gibt, und diese anschließend direkt online an das Finanzamt versendet.

Gute Programme kosten lediglich 15 bis 35 Euro. Die Stiftung Warentest empfiehlt die Programme von Buhl Data Service (Wiso Steuersparbuch, Wiso Steuerweb, Tax 2020). Auch Steuersparerklärung und Steuereasy sowie Quicksteuer und Taxman 2020 sind nützliche Helfer. Einen teuren Steuerberater braucht man eigentlich nur für komplizierte Fälle. Dann helfen auch die Lohnsteuerhilfevereine weiter.

3. Die wichtigsten Ausgaben absetzen

Der größte Posten sind in der Regel die Werbungskosten: Übersteigen Ihre beruflichen Ausgaben nicht die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro, können Sie sich die Einzelauflistung sparen. Über diesen Betrag kommt man aber schneller als man denkt. Denn absetzbar sind unter anderem: die Entfernungspauschale für den Arbeitsweg, Arbeitsmittel (Computer, Fachliteratur etc.), ein Arbeitszimmer (sofern vorhanden), Telefon- und Internetkosten (bis 240 Euro im Jahr), Fortbildungskosten und berufsbedingte Umzüge.

Auch private Ausgaben können abgesetzt werden: In der neuen Anlage "außergewöhnliche Belastungen" können medizinisch notwendige Behandlungen und Medikamente angegeben werden, die privat bezahlt wurden. Auch Kosten für Hilfsmittel wie Hörgeräte und Gehhilfen sowie Zahnersatz gehören hier hin. Steuermindernd wirken sich die aber nur aus, wenn die individuelle "zumutbare Belastung" überschritten wird - sie liegt je nach Einkommen und Kinderzahl zwischen 1 und 7 Prozent der Gesamteinkünfte.

Absetzen lassen sich zudem Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen, Kirchensteuer, Kinderbetreuungskosten und Schulgeld, Mitgliedsbeiträge zu Berufsverbänden, Spenden und Ehrenämter.

4. Schon jetzt Belege sammeln fürs nächste Jahr

Dieser Tipp gilt eigentlich jedes Jahr. Doch im Moment könnte sich das noch mehr lohnen als sonst. Denn wer wegen Corona jetzt monatelang im Home-Office arbeitet, möchte sich bestimmt gerne Anschaffungskosten für die Heimarbeit (Laptop, Monitor, Schreibtischstuhl etc.) in der nächsten Steuererklärung erstatten lassen. Also Rechnungen aufbewahren!

Spannend wird es beim Arbeitszimmer selbst: Denn normalerweise gelten für die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers so strenge Regeln, dass außer Lehrern und Außendienstmitarbeitern kaum jemand die Kriterien erfüllt. So muss das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bilden (unbeschränkt abzugsfähig) oder in der Firma/Schule kein adäquater Arbeitsplatz zur Verfügung stehen (Abzug bis 1250 Euro). Das dürfte temporär gerade auf viele Büroarbeiter zutreffen.

Allerdings: Zudem muss auch tatsächlich ein Extra-Zimmer für die Arbeit in der Wohnung vorhanden sein, ein Schreibtisch im Wohnzimmer genügt allgemein nicht! Aber wer weiß: Möglicherweise werden für diese außergewöhnliche Zeit auch beim Arbeitszimmer Sonderregeln in Kraft gesetzt. Bis zur Steuererklärung für das Corona-Jahr 2020 ist ja noch ein bisschen Zeit.

Quellen: Stiftung Warentest / Finanztip / Statistisches Bundesamt


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