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Elektronische Steuererklärung: Wer seine Steuer am PC machen muss

Immer mehr Steuerzahler erledigen ihre Erklärung am Computer. Für einige ist das sogar Pflicht. Wer eine elektronische Steuererklärung abgeben muss und worauf man dabei achten sollte.

Für ihre Steuererklärung greifen die Deutschen immer seltener zu Kugelschreiber und Papier. Die meisten Arbeitnehmer können noch selbst entscheiden, ob sie lieber Formulare ausfüllen oder Computerprogramme nutzen. "Einige Steuerzahler sind allerdings verpflichtet, den elektronischen Weg zu wählen", sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Wer dem Finanzamt die Steuererklärung elektronisch übermittelt, sollte dabei sehr genau sein. Denn Fehler werden nicht mehr so schnell entdeckt.

"Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln", sagt Käding. die Pflicht zur elektronischen Steuererklärung betrifft grundsätzlich die Bezieher von sogenannten Gewinneinkünften. "Das sind Land- und Forstwirte, Selbstständige beziehungsweise Freiberufler und Gewerbetreibende." Aber auch Arbeitnehmer, die mehr als 410 Euro pro Jahr mit einem Nebenjob verdienen, müssen dem Finanzamt die Daten elektronisch übermitteln.

Von der PC-Pflicht sind unter anderem die Umsatzsteuererklärung, die Körperschaftsteuererklärung, die Gewerbesteuererklärung und die Feststellungserklärungen betroffen sowie die Erklärungen zur gesonderten Feststellung der Besteuerungsgrundlagen. Käding weist darauf hin, dass Letzteres beispielsweise auch für vermietende Haus- und Wohnungseigentümergemeinschaften gilt. Nur in Ausnahmefällen wird das Finanzamt die Abgabe von Erklärungen in herkömmlicher Form zulassen, um unbillige Härten zu vermeiden.

Erstattungen und Nachzahlungen werden gleich berechnet

Der große Vorteil der elektronischen Steuererklärung: "Es geht jetzt viel schneller", findet Uwe Räuhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Denn die Steuererklärungen werden in der Finanzbehörde nun auch elektronisch verarbeitet, Kontrollen durch Finanzbeamte finden nur noch stichprobenartig statt. "Manchmal hat man jetzt schon nach ein oder zwei Wochen den Steuerbescheid in der Hand." So schnell ging es in Zeiten der manuellen Bearbeitung selten.

Außerdem berechnen die meisten Steuerprogramme anhand der eingegebenen Daten, mit welcher Erstattung oder Nachzahlung ein Steuerzahler rechnen kann. "Diese Zahlen kann man dann mit dem Steuerbescheid vergleichen", sagt Rauhöft. Gibt es größere Abweichungen, wurden möglicherweise bestimmte Ausgaben nicht anerkannt.

Ein weiterer Vorzug: "Es müssen jetzt nicht mehr zwingend alle Belege eingereicht werden", erklärt Käding vom Steuerzahlerbund. Ausnahmen seien lediglich Spendenbelege und Bescheinigungen von Banken. "Wenn die Finanzbeamten andere Nachweise sehen wollen, fordern sie diese an."

Fehlerquoten zwischen 36 und 68 Prozent

Dennoch gibt es auch Nachteile: "Es ist ein Trugschluss, dass mit der zunehmenden Elektronisierung die Erstellung der Steuererklärung einfacher wird", sagt Jörg Strötzel von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Die computergestützte Verarbeitung der Steuerdaten sei besonders anfällig für Fehler.

So werden für 2011 alle Daten über Arbeitslöhne, Renten, Lohnersatzleistungen und Krankenversicherungsbeiträge elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt. Dabei müsse aber damit gerechnet werden, dass viele der übertragenen Daten nicht vollständig sind, erläutert Strötzel. "Sogar der Bundesrechnungshof hat im Januar 2012 Fehlerquoten bei der Bescheiderstellung festgestellt, die zwischen 36 und 68 Prozent liegen."

Angaben sorgfältig prüfen

Die Notwendigkeit, bei der Steuererklärung besonders genau zu sein, ist damit größer geworden. Denn Eingabefehler zu Ungunsten des Steuerzahlers seien nach Auffassung der Finanzgerichte ihm selbst zuzurechnen, erläutert Strötzel. "Darin liegt die eigentliche Tücke", findet auch Uwe Rauhöft. "Während früher ein Sachbearbeiter die Papiere angeschaut hat, läuft heute alles über den Computer."

Steuerzahler sollten daher die Angaben in ihrer Steuererklärung besser zweimal prüfen. Neben den Daten zu Löhnen und Krankenkassenbeiträgen lohnt sich auch ein kritischer Blick auf die Riester-Bescheinigungen. Denn auch hier stimmten die Angaben mitunter nicht, erklärt Rauhöft.

Ob elektronisch oder auf Papier: Bis zum 31. Mai muss die Steuererklärung 2011 beim Finanzamt eingereicht werden. Doch der Aufwand lohnt sich. Rund 800 Euro bekamen Arbeitnehmer in der Vergangenheit im Durchschnitt zurück.

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pen/DPA/DPA