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Stiftung Warentest: Banking-Apps im Test: Wie sicher sind mobile Bankgeschäfte?

Die Stiftung Warentest hat 38 Banking-Apps auf Funktionsumfang, Handhabung und Sicherheit getestet. Dafür betätigten sich die Tester sogar als Hacker. Das Fazit fällt insgesamt positiv aus.

Mobiles Banking wird immer verbreiteter

Mobiles Banking wird immer verbreiteter

Getty Images

Die Mehrheit der Deutschen nutzt mittlerweile Onlinebanking und auch Bankgeschäfte mobil zu erledigen, wird immer normaler. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage setzen 40 Prozent derjenigen, die Onlinebanking nutzen, dafür auch ein Smartphone oder Tablet ein. Allerdings: Die meisten nutzen laut der Umfrage das Mobilgerät nur, um den Kontostand abzufragen. Vor Überweisungen schrecken viele wegen Sicherheitsbedenken zurück.

Die Stiftung Warentest hat für die aktuelle "Finanztest"-Ausgabe 38 Banking-Apps für iOS und Android getestet und gibt in puncto Sicherheit Entwarnung. "Das Mobilebanking per App ist so sicher wie Onlinebanking", schreiben die Warentester. Gravierende Sicherheitsmängel konnten sie bei keinem der untersuchten Programme feststellen.

Um das Datensendeverhalten der Apps zu überprüfen, führten die Tester selbst einen Man-in-the-Middle-Angriff durch, bei dem die Kommunikation zwischen App und Server abgefangen wird. Bei allen Apps stießen die Tester auf gängige Schutzmaßnahmen wie CA-Pinning. Einziger Kritikpunkt: Einige wenige Apps sendeten aus Sicht der Warentester auch Daten, die für den Betrieb der App eigentlich nicht nötig sind. In den Datenschutzbedingungen und den AGB fanden die Tester bei allen Programmen keine oder nur geringe Mängel.

Sparkassen-App ist am praktischsten

Größere Unterschiede gab es bei Funktionsumfang und Handhabung. So ist die Abfrage der Umsätze nicht bei allen gleich übersichtlich, manche bieten komfortable Filter- und Suchfunktionen, andere nicht. Mit 21 der 38 getesteten Apps unterstützen Fotoüberweisungen, das heißt abfotografierte Überweisungsdaten werden automatisch in einer Online-Überweisung erfasst.

Eine weitere nützliche Funktion: Die Hälfte der Apps erkennt und benachrichtigt bei Doppelüberweisungen, was zum Beispiel passieren kann, wenn wegen Empfangsproblemen unklar ist, ob die erste Überweisung erfolgreich war. Außerdem überraschend: 28 der 38 Apps unterstützen Multibanking, das heißt es lassen sich auch Konten anderer Banken damit verwalten.

Insgesamt bewertete "Finanztest" zwölf Banking-Apps "gut", vier "ausreichend" und den Rest "befriedigend". Am besten schnitt sowohl bei iOS als auch bei Android die Sparkassen-App ab. Am schwächsten waren wegen des geringen Funktionsumfangs die Apps der Targobank und Postbank. Bei der Targobank sowie der Android-Version der Postbank funktionierte die Überweisung ins Euro-Ausland im Test nicht. Bei der Targobank kritisierten die Tester zudem, dass Tippfehler bei der Iban nicht von einer Plausibilitätsprüfung erkannt werden.

Update: 20.9.: Die Targobank weist die letzte Aussage als falsch zurück und beteuert, dass es eine Fehlerprüfung geben würde. "Finanztest" kritisiert aber weiterhin, dass die Fehlermeldung erst nach vollständigem Ausfüllen und Absenden des Überweisungsauftrags kommt und nicht - wie bei den anderen Apps - schon während des Ausfüllens etwa durch ein rot hinterlegtes Feld. 

Den kompletten Test der Banking-Apps finden Sie kostenpflichtig auf www.test.de 

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