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Streit um Stahlkonzern: "Wir wollen Mittal nicht mehr in Frankreich haben"

Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg sorgt mit seiner Aussage für Aufsehen. Der ArcelorMittal-Chef reagiert schockiert. Der Konzern beschäftigt 20.000 Menschen in Frankreich.

Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg hat vor einem für Dienstag erwarteten Spitzentreffen zwischen Regierung und ArcelorMittal mit einer Bemerkung für Unmut gesorgt. Der Zeitung "Les Echos" sagte er: "Wir wollen Mittal nicht mehr in Frankreich haben, weil sie Frankreich nicht respektiert haben." Mittal hatte 2006 den einheimischen Stahlhersteller Arcelor übernommen. Später erklärte Montebourg auf Twitter, der weltgrößte Stahlkonzern könne weiter im Land tätig bleiben. Ein Insider im Umfeld des ArcelorMittal-Chefs Lakshmi Mittal sagte, das Management sei "sehr schockiert" über die Aussage. In den Kreisen wurden darauf hingewiesen, dass der Konzern 20.000 Menschen in Frankreich beschäftigt.

Der Streit zwischen der Regierung in Paris und dem Konzern entzündet sich insbesondere an zwei Hochöfen im Nordosten des Landes, die bis zum 1. Dezember geschlossen werden sollen, wenn sich kein Käufer findet. Arcelor hatte die beiden Anlagen im Juli und Oktober 2011 wegen mangelnder Nachfrage heruntergefahren. Präsident Francois Hollande besuchte das Werk während des Wahlkampfs. Er steht wegen der hohen Arbeitslosigkeit im Land unter Druck. Französischen Medien zufolge ist für Dienstag ein Treffen zwischen Hollande und Mittal geplant.

ds/Reuters / Reuters