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Studie zum Sparverhalten: Die Jugend sorgt sich um das liebe Geld

Deutschlands Jugend spart. Nicht nur auf ein eigenes Auto, sondern auch für die Ausbildung und die Absicherung im Alter. Denn immer mehr Heranwachsende haben einer Studie zufolge Angst vor ihrer späteren finanziellen Lage - und sorgen vor.

Arbeitslosigkeit, Massenentlassungen und die Finanzkrise sind offenbar auch an der Jugend nicht spurlos vorübergegangen: Drei von vier Heranwachsenden (72%) zwischen 14 und 25 Jahren machten sich Sorgen um ihre zukünftige finanzielle Absicherung. Zu diesem Ergebnis kam die Deutsche Bank in einer im Juli durchgeführten Studie, die am Mittwoch in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Im Jahr 2009 seien es erst 61 Prozent gewesen.

Um der unsicheren Zukunft entgegenzusteuern erweisen sich die jungen Deutschen daher als fleißige Sparer. Von den durchschnittlich 480 Euro, die einem Jugendlichen monatlich zur Verfügung stünden, werde im Schnitt 20,4 Prozent, also fast 100 Euro, zurückgelegt. Besonders bemerkenswert: Vier von fünf Heranwachsenden sparen regelmäßig Geld an. Die allgemeine Sparquote fällt dagegen wesentlich geringer aus: Generell werde in deutschen Haushalten nur 11,3 Prozent des Einkommens zurückgelegt.

Wichtigstes Sparziel seien zwar meist Konsumwünsche, oft werde Geld für den Führerschein oder fürs Auto zurückgelegt. Immerhin ein Drittel spare aber auch für die eigene Ausbildung. Und viele Jugendliche nehmen sich den demographischen Wandel offenbar zu Herzen: Jeder Vierte sorge schon für die eigene Rente vor. Junge Mädchen machen sich der Deutschen Bank zufolge übrigens weit mehr Sorgen um ihre finanzielle Zukunft und investierten deshalb eher langfristig orientiert. Insgesamt legen Frauen jedoch etwas weniger zur Seite. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass sie immer noch weniger verdienen und somit weniger Geld zu Verfügung haben.

Aktien und Fonds bei Jugendlichen eher unbeliebt

Bei den langfristigen Sparanlagen scheint die verunsicherte Jugend auf Stabilität zu setzen. Sparbücher oder Sparpläne seien mit 66 Prozent die mit deutlichem Abstand häufigste Anlageform unter Heranwachsenden. Rund ein Drittel habe ein Tagesgeldkonto, ein Viertel setze auf den früher als "uncool" verschrienen Bausparvertrag.

Nur knapp ein Zehntel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen investiere sein Geld derzeit in Aktien und Fonds. Im vergangenen Jahr seien es noch 15 Prozent gewesen. "Hier wirkt wahrscheinlich noch die Finanz- und Wirtschaftskrise nach", interpretierte die Deutsche Bank den Rückgang. Sie hatte für ihre Untersuchung im Juli 1000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren befragt.

Fast jeder Zweite ist erwerbstätig

Das angesparte Kleingeld für den Bausparvertrag oder das neue Auto muss übrigens nicht immer von der Oma oder den Eltern kommen. Viele Jugendliche in Deutschland verdienen bereits eigenes Geld, nahezu jeder Zweite (rund 46 Prozent) hatte im vergangenen Jahr einen Job. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Damit waren 4,4 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren erwerbstätig. Darunter fallen sowohl Vollzeitstellen als auch Nebenjobs, die während der Schulzeit oder des Studiums ausgeübt werden.

Immer mehr junge Leute sind jedoch in sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen angestellt. 675.000 arbeiteten demnach lediglich auf geringfügiger Basis oder hatten nur eine befristete Stelle. Das sind 42 Prozent mehr als im Jahr 2000, im Gegenzug sank die Zahl der Normalarbeiter in der entsprechenden Altersklasse. Auch die Jugendarbeitslosigkeit nimmt zu: Sie liegt mit elf Prozent im Jahr 2009 zwar noch im moderaten Bereich, ist im Vergleich zu 2000 jedoch um 40 Prozent angestiegen. Sorgen um die finanzielle Zukunft scheinen damit ihre Berechtigung zu haben.

ter/AFP/APN/DPA / DPA