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Telekommunikation: Bei Telefonauskünften lohnt der Vergleich

Seit dem Wegfall des Telefon-Monopols machen neue Anbieter der Telekom auch bei der Telefonauskunft Konkurrenz. Billiger ist die Frage nach der Nummer dadurch nicht geworden.

Die Stiftung Warentest in Berlin hat die Auskunftsdienste stichprobenartig getestet. Der durchschnittliche Preis für die Telefonauskunft ist sogar höher als vor der Liberalisierung des Telefonmarktes.

Dafür versprechen die Anbieter mehr Service und freundliche Mitarbeiter am anderen Ende der Strippe. Mit ein paar Tricks allerdings lässt sich so manche Mark sparen. »Beim Service gibt es keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Alle arbeiteten mit aktuellen Daten und fanden die gewünschten Nummern recht zügig«, sagt Kommunikationsfachmann Peter Knaak. Unterschiede gibt es hingegen beim Preis: Bis zu fünf Mark kann eine Auskunft kosten, wenn es einmal länger dauert. Welcher Anbieter am günstigsten ist, hängt von der Dauer des Gesprächs ab - und davon, aus welchem Netz die Auskunft angerufen wird.

Die Nummer macht den Unterschied

Wer nur schnell eine einzige Nummer braucht, sollte sich an die Telekom (Tel.: 11 833) oder an Arcor (Tel.: 11 870) wenden, empfiehlt Knaak. Auf der Suche nach mehreren Nummern oder bei kniffligen Anfragen wähle man am besten die Nummer von Viag Interkom (Tel.: 11 881). Wer vom Handy anrufen möchte, fahre am besten mit der Auskunft von Telekom, Telegate (Tel.: 11 880) oder Viag Interkom. Für E-Plus-Kunden sei die Auskunft des eigenen Anbieters die günstigste.

»Echte Sparfüchse, die unterwegs eine Nummer brauchen, sollten sich aber eine Telefonzelle suchen und von dort die Telekom-Auskunft anrufen«, rät Knaak. Die koste nur 60 Pfennig pro Minute und sei damit auch billiger als die Auskunft vom normalen Festnetz-Telefon. Andere Auskunftsdienste seien in den gelben und grauen Zellen hingegen teurer als vom normalen Telefon.

Öfter ein Tarif-Check

Da sich die Preise für die Telefonauskunft öfter ändern, lohnt der Tarif-Check im Internet, etwa unter http:/www.billiger-telefonieren.de oder http://www.010tarife.de. Wer keinen Internet-Zugang hat, für den bietet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf eine Übersicht per Faxabruf unter 01905/1 00 10 10 00 (1,21 Mark pro Minute).

Weil jede Auskunft Geld kostet, rät Manfred Herresthal vom Verband für Post und Telekommunikation in Offenbach, auf konventionelle Recherchemittel auszuweichen: »Wer sparen will, sollte zum guten alten Telefonbuch greifen.« Früher gab es in den Postämtern alle Telefonbücher aus ganz Deutschland. Diesen Service hat die Deutsche Post aber inzwischen eingestellt, so ihr Sprecher Jürgen Blohm in Bonn.

Wer einen Internet-Zugang hat, kann auch im weltweiten Netz nach Telefonnummern und Adressen suchen. Die Telekom bietet hier einen Service unter http://www.teleauskunft.de/ an. Wer oft eine Telefonauskunft benötigt, für den lohnt sich die Anschaffung einer Telefonbuch-CD-Rom. Die Silberscheiben kosten zwischen 20 und 50 Mark und bieten die deutschlandweite Nummernsuche. Der Nachteil hierbei: Die Daten sind immer nur so aktuell wie die CD-Roms.

Ein Spar-Trick, auf den im Internet immer noch hingewiesen wird, funktioniert inzwischen nicht mehr: Bis vor kurzem bot die österreichische Auskunft ihre Dienste kostenlos an. Damit war sie trotz der Kosten für ein Auslandsgespräch erheblich günstiger als die deutsche Auskunft. Inzwischen kassieren aber auch die Österreicher kräftig bei der Auskunft ab und sind somit keine Alternative mehr für deutsche Sparfüchse.

Zusatzservice macht es teuer

Und warum ist die Auskunft so teuer? Anja Meyer, Pressesprecherin der Telegate AG in München, verweist auf den besseren Service: »Bei uns gibt es nicht nur die Telefonnummer, sondern auch zusätzliche Informationen. Das hat natürlich seinen Preis.« So gibt es bei Telegate etwa das Kinoprogramm, den Wetterbericht und aktuelle Verkehrshinweise. Auch bei anderen Anbietern gibt es Zusatzdienste. Talkline (Tel.: 11 850) etwa bietet die Möglichkeit, sich eine Nummer per Short Message Service (SMS) aufs Handy schicken zu lassen.

Doch hier ist Vorsicht geboten: Viele Dienste kosten extra. Das gleiche gilt für die Möglichkeit, sich direkt mit dem Gesprächspartner verbinden zu lassen. Das ist nur bei der Telekom kostenfrei. Hier fallen lediglich die normalen Telefonkosten an - also so, als hätte man die Nummer selbst angewählt. Die anderen Anbieter berechnen die Weiterleitung zusätzlich.

Die Nachfrage nach der Telefonauskunft ist groß: Allein die Deutsche Telekom in Bonn, Marktführer bei den Auskunftsdiensten, hat 1999 nach eigenen Angaben 323 Millionen Auskünfte gegeben. Die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, die Telegate AG (»Hier werden Sie geholfen«), half im gleichen Zeitraum immerhin 92,5 Millionen Mal bei der Nummernsuche. Durchschnittlich eine halbe Million Auskünfte erteilen die 3 300 Mitarbeiter pro Tag, wie Telegate-Sprecherin Anja Meyer berichtet.

Dritter eigenständiger Anbieter auf dem Markt ist die Talkline GmbH. Alle anderen - etwa Frag Fred (Tel.: 11 811), GTS (Tel.: 11 823) oder Arcor - leisten ihren Service nur zum Teil aus eigener Kraft: Sie nutzen die Call-Center von Telekom, Telegate oder Talkline.