URTEIL Geldschmuggel wird teuer


Wer Vermögenswerte ins Ausland schmuggelt und auf Nachfrage lügt, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Es könnte sogar die gesamte Schmuggelsumme beschlagnahmt werden.

Wer sein Vermögen ins Ausland schafft und lügt, wenn er dabei erwischt wird, riskiert empfindlich hohe Geldstrafen. Auf Nachfragen am Zoll muss ein Bürger die wahre Höhe seiner mitgeführten Barschaft offen legen. Diese Pflicht gilt für Schwarzgeld wie für legal erwirtschaftetes Vermögen, wie »Finanztest« in seiner jüngsten Ausgabe weiter erläutert. In besonders schweren »Schmuggelfällen« kann das Geld in voller Höhe vom Zoll als Bußgeld einkassiert werden.

Mindestens zehn Prozent Strafe

So gesehen kam ein Steuerflüchtling aus Nordrhein-Westfalen noch glimpflich davon, der an der deutsch-schweizerischen Grenze ertappt wurde. Auf die Frage eines Zollbeamten, ob er über 30.000 Mark bei sich habe, anwortete der Unternehmer mit »nein«. Bei der anschließenden Durchsuchung des Autos fanden die Zöllner dann aber 1,1 Million Mark unter der Fußmatte und weitere 300.000 Mark in einem Lautsprecher versteckt. Für die Lüge musste der Mann ein Bußgeld in Höhe von zehn Prozent des Vermögens an die Staatskasse abführen, wie das Oberlandesgericht Karlruhe entschied (Aktenzeichen: 2 Ss 226/00).


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