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Umstrittener Altkanzler CDU will Flughafen Frankfurt nach Helmut Kohl benennen – Vorschlag erntet Spott

Flughafen Frankfurt am Main
Bei dem Vorschlag, den größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main nach Helmut Kohl zu benennen, regen sich Widerstände, gepaart mit Hohn und Spott
© Daniel Kubirski / Picture Alliance
Der CDU-Kreisverband Frankfurt am Main möchte laut seines Wahlprogramms den größten deutschen Flughafen nach dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl benennen. Hämisch-ironische Reaktionen folgten.

Flughäfen zu Ehren verstorbener Politiker umzubenennen, ist nicht neu. John F. Kennedy und Charles de Gaulle in New York und Paris oder auch Helmut Schmidt und Willy Brandt in Hamburg und Berlin wurde diese Würdigung zuteil. Der Vorschlag der Jungen Union des Frankfurter CDU-Kreisverbandes, auch einen Flughafen nach dem Ex-Kanzler Helmut Kohl zu benennen, läge daher nicht allzu fern. Wären da nur nicht dessen teilweise anrüchige Parteispendenumtriebe gewesen.

Sicherlich fänden sich bei genauerem Hinsehen auch Verfehlungen anderer Spitzenpolitiker, nach denen in der Vergangenheit bereits Flughäfen benannt wurden. Man denke nur an den Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München, der trotz der sogenannten Spiegel-Affäre nach dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten benannt wurde.

Bei dem Vorschlag im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen am 14. März dieses Jahres, den größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main nach Helmut Kohl zu benennen, regen sich enorme Widerstände, gepaart mit Hohn und Spott. Nicht nur Kohls Verwicklungen in Schwarzgeld-Machenschaften und seine anschließende Weigerung, zur Aufklärung beizutragen, werden erneut diskutiert, auch der fehlende Bezug Kohls zu Hessen, respektive zu Frankfurt am Main, stößt auf Unverständnis bei den Gegnern der Umbenennung.

Eigentlich stammt Helmut Kohl aus Rheinland-Pfalz

"Was hat der Helmut denn für Frankfurt oder den Flughafen getan?" fragt sich beispielsweise ein User, ein andere witzelt: "Freu mich schon auf die Schlagzeile: 'Helmut-Kohl-Flughafen: Dutzende schwarze Koffer verschwunden‘".

Als Gegenvorschlag kam von Twitter-User @heschaus: "Die  @jungeunion #Frankfurt hat vorgeschlagen, den #Flughafen nach Helmut #Kohl zu benennen, dabei ist der doch aus Rheinland-Pfalz. Da wäre es doch viel besser den Flughafen in hahaHahn nach ihm zu benennen, oder?" Tatsächlich befindet sich als einziger größerer Flughafen im Bundesland Rheinland-Pfalz lediglich der Flughafen Frankfurt-Hahn, der mit dem hessischen Frankfurt am Main jedoch nur den Namen gemein hat.

Junge Union lobt Helmut Kohl als "Freund Frankfurts"

"Helmut Kohl war ein überzeugter Europäer, er war Kanzler der Einheit und auch ein Freund Frankfurts", sagte der JU-Kreisvorsitzende Martin-Benedikt Schäfer zur Begründung des Vorschlags. Die deutsche Einheit in Frieden und Freiheit zu vollenden sei ein Verdienst, der "auf ewig untrennbar mit seinem Namen verbunden" bleibe.

Doch auch die hessische SPD in Person der Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen hat laut "Frankfurter Rundschau" für den CDU-Vorschlag lediglich Spott übrig: "Hat die Junge Union die Verstrickung von Helmut Kohl in die Schwarze-Kassen-Affäre und seine Verweigerung, die Namen der Spender zu nennen, vergessen?“, fragte sie. Angebracht sei eher der Vorschlag "Helmut-Kohl-Bimbes-Flughafen" gewesen (Bimbes ist eine rheinland-pfälzische Bezeichnung für Schwarzgeld).

Quellen: CDU-Frankfurt, Tweet @heschaus, Tweet @wat_ze_fuck, Frankfurter Rundschau

km

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