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Streit um "Schwarzgeld": Schöner schimpfen im Bundestag: Johannes Kahrs keilt gegen die AfD - und umgekehrt

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs beschimpft gern Abgeordnete der AfD – die Spendenaffäre um Fraktionschefin Alice Weidel bot eine Steilvorlage. Ein AfD-Politiker holte daraufhin zum Rundumschlag gegen die "Spezialdemokraten" aus.

Bundestag: "Sie kümmern sich nur um Schwarzgeld aus dem Ausland" - Kahrs wettert gegen AfD

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs ist bekannt für seine Attacken gegen die AfD-Abgeordneten im Bundestag. Im September schimpfte er: "Rechtsradikale in diesem Parlament sind unappetitlich." Man müsse sich diese Traurigen da nur angucken, so Kahrs. "Hass macht hässlich, schauen Sie in den Spiegel." Daraufhin verließen die AfD-Abgeordneten das Plenum.

Am Dienstag, zum Auftakt der abschließenden Beratungen über den Haushalt 2019, ging Kahrs nun angesichts der AfD-Spendenaffäre mit Fraktionschefin Alice Weidel ins Gericht: "Sie kümmern sich nur um Ihr Schwarzgeld aus dem Ausland, aber Sie kümmern sich nicht um die Menschen in diesem Land. Und das ist schäbig." Bei der AfD handele es sich um eine Partei mit rechtsradikalen Mitgliedern, die sich mit Hilfe von Spendern aus dem Ausland finanziere, meinte Kahrs.

Hintergrund sind zwei Großspenden aus der Schweiz und den Niederlanden an den Kreisverband Weidels am Bodensee, die möglicherweise gegen das Parteiengesetz verstoßen haben, von der AfD jedoch an die Spender zurückgezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft Konstanz leitete inzwischen deswegen Ermittlungen gegen Weidel ein. Es bestehe der Anfangsverdacht des Verstoßes gegen das Parteiengesetz, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.  

Nach der Kahrs-Attacke holte der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner, Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag, zum Rundumschlag aus. Von den "Spezialdemokraten" brauche man sich nichts sagen zu lassen.

Er zählte diverse Affären und Strafverfahren gegen SPD-Politiker auf und endete bei der Kinderpornografie-Affäre um den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy, mit dem Kahrs "ja gewissermaßen unter einer Decke" stecke. "Diese SPD braucht in Deutschland kein Mensch." So wie kein Mensch Frau Merkel brauche, sagte Brandner an die Adresse der CDU-Kanzlerin.

Johannes Kahrs muss ich von der AfD dann die Retourkutsche anhören

Dann knöpfte er sich Wolfgang Schäuble und seine Rolle in der CDU-Spendenaffäre um Helmut Kohl um die Jahrtausendwende vor. Die CDU habe einen Bundestagspräsidenten, der große Erfahrung mit Schwarzgeld habe. "Wenn Sie mit einem Finger auf uns zeigen, zeigen drei auf Sie zurück." Als Brandner noch weitere Redezeit verlangte, lehnte Schäuble diese Bitte ab.

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anb / DPA