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Verbraucherschutz: Aigner schickt verdeckte Ermittler in Banken

Bankkunden sollen besser vor falscher Beratung geschützt werden. Dazu will Verbraucherministerin Aigner Kundenberater in Geldinstituten schärfer kontrollieren – mit verdeckten Ermittlern.

Banken müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kundenberater in Zukunft von verdeckt arbeitenden Behördenmitarbeitern kontrolliert werden. "Künftig werden von staatlicher Seite aus verdeckte Ermittler eingesetzt und nicht nur die allgemeinen Bedingungen geprüft", kündigte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CDU) im "Handelsblatt" an. "Nachdem nun die Grundsatzentscheidung zur Reform der nationalen Finanzaufsicht gefallen ist, werden wir uns in den kommenden Monaten mit der Frage beschäftigen, wo und wie der Bereich des finanziellen Verbraucherschutzes ausgebaut werden kann."

Bislang führt vor allem die Stiftung Warentest in der Anlageberatung von Banken Stichproben durch. Beim letzten Test war den meisten Banken ein schlechtes Urteil ausgestellt worden. Aigner sagte dem Bericht zufolge, dass die Stiftung Warentest auch in Zukunft mit ihren Vergleichstests über die Qualität der Bankberatung wichtig sei. "Dort besteht allerdings das Problem, dass die Informanten nicht genannt werden dürfen und die Ergebnisse deshalb von den Banken oft infrage gestellt werden."

Auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seien bisher die Hände gebunden, erklärte die Ministerin weiter. "Gesetze helfen nur dann, wenn jemand kontrolliert, ob sie eingehalten werden. Diese Kontrollmöglichkeiten werden wir zum Nutzen der Verbraucher weiter ausbauen", kündigte die CDU-Politikerin an. Deshalb sollten BaFin-Mitarbeiter vor Ort kontrollieren.

mad/DPA/DAPD/Reuters / DPA / Reuters
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