Verkehr Bahn erhöht Nahverkehrspreise


Mit dem kommenden Fahrplanwechsel im Dezember hebt die Bahn wieder einmal ihre Preise an. Diesmal wird Bahnfahren ab dem Jahresende vor allem für Berufspendler teurer.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember würden die Preise um durchschnittlich 4,1 Prozent steigen, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag in Berlin mit. Die Preise für Fahrten bis zu 100 Kilometer erhöhten sich damit um 10 bis 70 Cent. Kurzstreckenfahrten bis fünf Kilometern verteuerten sich dagegen nicht. Die Bahn verwies darauf, dass die Preise in den vergangenen zwei Jahren im Nahverkehr stabil geblieben seien. Das Unternehmen rechnet durch die Anhebung mit Mehreinnahmen im Jahr 2004 von rund 40 Millionen Euro.

Bahn: Erhöhung war nötig

"Wir können es uns einfach nicht leisten, zwei Jahre in Folge hinter den Erhöhungen der Verkehrsverbünde zurückzubleiben", sagte DB-Regio-Vorstand Ulrich Homburg. Im Rahmen des Sanierungskurses der Bahn seien die Anhebungen erforderlich, sagte Homburg. Strom- und Personalkosten seien erheblich gestiegen. Im Vergleich zu den Verkehrsverbünden habe der Nahverkehr die Preise in den vergangenen zehn Jahren deutlich weniger stark erhöht. Die Preise in den Verkehrsverbünden seien davon nicht betroffen, da die Bahn hier nicht über die Tarife entscheide, hieß es weiter.

"Schöne-Wochenende-Ticket" bleibt, aber teurer

Die geplanten Erhöhungen habe das Unternehmen beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt zur Genehmigung eingereicht, hieß es weiter. Betroffen seien Interregios, RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn. Die Bahn kündigte zudem an, sie werde das "Schöne-Wochenende-Ticket" weiter führen. Der Preis werde ab dem 14. Dezember 30 Euro statt bislang 28 Euro betragen. Der Verkehrsclub Deutschland kritisierte die angekündigte Preiserhöhung und forderte die zuständige Behörde auf, die höheren Preise nicht zu genehmigen. Die Verteuerung mache den positiven Trend des ersten Halbjahres mit fast drei Prozent mehr Fahrgästen im Nahverkehr zunichte, erklärte der Verband.

Bahn soll bis 2005 börsenfähig

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn will die Bahn trotz Einbrüchen im Fernverkehr bis 2005 kapitalmarktfähig machen. Auf Grund von geringeren Bundeszuschüssen hatte er bereits Kürzungen bei den Investitionen und eine Sparkurs angekündigt.

Wichtigster Umstzbringer der Bahn

Der Nahverkehr ist der umsatzstärkste Bereich bei der deutschen Bahn. Er profitierte zudem von der Stilllegung zahlreicher Interregio-Linien, die zum Teil durch Regional-Züge ersetzt wurden. Im Zuge der Preisreform im Fernverkehr im vergangenen Jahr waren zwar längere Strecken zum Teil deutlich billiger geworden. Kürzere Strecken etwa in Intercity-Zügen hatten sich aber bei Entfernungen unter 140 Kilometern verteuert.

Preissteigerung zur Kostendeckung

Homburg betonte, die Erhöhungen sollten in erster Linie die gestiegenen Kosten decken. Der Nahverkehr könne auch nicht niedrigere Passagierzahlen im Fernverkehr ausgleichen. Nach den Worten Homburgs zeigt sich der Nahverkehr in diesem Jahr sowohl bei Umsatz und Passagierzahlen stabil und liegt im Plan. Auch im nächsten Jahr solle dies so sein, sagte er.


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