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Vermögensbarometer: Den Deutschen geht's finanziell hervorragend – außer, sie wohnen auf dem Land

Das Vermögensbarometer der Sparkassen zeigt: Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer persönlichen finanziellen Situation ist auf einem Rekordhoch. Allerdings: Viele Menschen auf dem Land sind von der Entwicklung abgehängt.

Stadt versus Land: Ob man in der Münchner Innenstadt oder einem Dorf im Thüringer Wald wohnt, macht auch bei den Finanzen einen Unterschied

Stadt versus Land: Ob man in der Münchner Innenstadt oder einem Dorf im Thüringer Wald wohnt, macht auch bei den Finanzen einen Unterschied

Getty Images

Angst vor Altersarmut? Wachsende Ungleichheit? Mag es alles geben in Deutschland. Aber unterm Strich geht es den Bürgern hierzulande finanziell so gut wie lange nicht. So lautet zumindest das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Sparkassenverbandes DSGV. Demnach beurteilen 43 Prozent ihre gegenwärtige finanzielle Situation als "gut" oder "sehr gut", nur 18 Prozent als "eher schlecht" oder "schlecht". Das ist das beste Ergebnis seit der erstmaligen Erstellung des jährlichen Vermögensbarometers der Sparkassen im Jahr 2005. Damals bewerteten sogar nur 20 Prozent ihre finanzielle Lage gut oder sehr gut und 33 Prozent schlecht oder eher schlecht.

Für das Vermögensbarometer 2019 wurden rund 6000 Menschen in Deutschland zu Fragen rund ums Geld befragt. Erstmals werteten die Statistiker auch die Wohnlage der Befragten aus. Dabei zeigen sich die hohen Zufriedenheitswerte von über 40 Prozent sowohl bei Bewohnern der Innenstadt und der Vorstadt als auch bei Menschen, die "ländlich in Stadtnähe" leben. Deutlich abgehängt ist dagegen die Bevölkerung vom platten Land. Hier sind nur 31 Prozent mit der finanziellen Situation zufrieden und 23 Prozent unzufrieden.

Der Unterschied zwischen Stadt(nähe) und Land sei auch wesentlich deutlich als der zwischen West und Ost, heißt es in der Studie. Nichtsdestotrotz weisen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern unter allen Bundesländern die geringsten Zufriedenheitswerte auf (je 38 Prozent).

Jüngere sind zufriedener als Ältere

Zwischen Männern (43 Prozent zufrieden) und Frauen (41 Prozent zufrieden) gibt es im Durchschnitt bei der finanziellen Zufriedenheit kaum einen erkennbaren Unterschied. Dafür aber bei den verschiedenen Altersstufen. Die Jüngeren sind insgesamt zufriedener als die Älteren: Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 48 Prozent und bei den 30- bis 39-Jährigen sogar 51 Prozent. Die 50- bis 59-Jährigen sind dagegen nur zu 37 Prozent zufrieden, Menschen Ü60 zu 38 Prozent.

Negativer als die Bewertung der Gegenwart fällt insgesamt der Blick in die finanzielle Zukunft aus. So glauben nur 40 Prozent der Befragten, dass sie mit ihren bereits realisierten oder geplanten Altersvorsorge-Maßnahmen die gewünschte finanzielle Absicherung erreichen. Von den übrigen 60 Prozent rechnet sogar etwa jeder Vierte damit, im Alter in Armut zu leben. Am verbreitetsten ist die Angst vor Altersarmut bei den Bewohnern der Innenstädte, am wenigsten Angst haben die Menschen, die ländlich in Stadtnähe wohnen.