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Neues Geschäftsmodell: Airbnb baut jetzt selbst - und errichtet ein Gemeindehaus

Bislang kennt man Airbnb als Vermittlungsplattform von privaten Unterkünften. Doch offenbar reicht das Airbnb nicht mehr. Das US-Unternehmen baut in Japan ein kommunales Hausprojekt. Es soll den Tourismus in kleineren Dörfern ankurbeln.

Airbnb baut Gemeinschaftshaus

Samara ist ein Testballon. Airbnb probiert sich selbst als Bauherr und Vermieter. 

Airbnb hat bislang private Unterkünfte vermittelt. Zunächst für Urlauber, inzwischen auch für Geschäftsreisende. Doch dem US-Unternehmen scheint das nicht mehr zu genügen. Das neue Projekt Samara ist ein Testballon für Airbnb: In Japan tastet sich die Firma an die Stadtplanung heran und baut eine Art Gemeindezentrum. Und das nicht mitten in einer der Großstädte oder touristischen Zentren, sondern in der Kleinstadt Yoshino.

Airbnb unterstützt Mini-Tourismuswirtschaft

Auf die Idee kam das Unternehmen durch eine Airbnb-Vermieterin, berichtet "Fast Company". Die ältere Dame aus Japan wohnt abseits der Hotspots in der kleinen Stadt Tsuyama. Ihre Nachbarn hielten sie für irre: Wer sollte denn ihr Übernachtungsangebot annehmen, draußen auf dem Dorf, wo es gar keine Touristen gibt. Doch Urlauber kamen, fanden es idyllisch, erzählten ihren Freunden davon. Es kamen immer mehr Reisende, sodass auch andere Einwohner mitmachten: als Wanderführer, Übersetzer oder Reiseleiter. Und so entwickelte sich in einem totgesagten Ort eine Art Mini-Tourismuswirtschaft, von der die Einheimischen profitieren.

Für Airbnb eine geeignete Blaupause. Das Unternehmen entwickelte ein Haus, in dem in der ersten Etage Reisende übernachten können und es im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume gibt, die von Touristen und Einheimischen gleichermaßen genutzt werden können. Ein Ort der Begegnung - kann das in ländlichen Gebieten überhaupt funktionieren?

Das Problem der Überalterung der Dörfer

Airbnb glaubt daran und will das System auch in anderen Dörfern etablieren. Laut Joe Gebbia, Mitbegründer von Airbnb, seien Gemeindezentren ein wichtiger Teil der japanischen Kultur. Darüber hinaus kämpfen viele Dörfer gegen Entvölkerung: Junge Menschen zieht es in die Stadt, zurück bleiben die Alten. Mit der Abwanderung der jüngeren Generation geht auch Kaufkraft - ein Teufelskreis für ländliche Gebiete in Japan. Die Häuser seien eine gute Möglichkeit, "die Gemeinschaft zu erhalten und einander zu helfen", sagt Gebbia. 

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