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Blockheiz-Technologie: Staat fördert Minikraftwerke für den Keller

Der Staat gibt Geld für das eigene Mini-Blockheizkraftwerk im Keller. Doch die Förderung ab 1. April ist an restriktive Bedingungen geknüpft. Worauf Sie achten müssen.

Kleine Blockheizkraftwerke ermöglichen Eigenheimbesitzern, sich von den großen Energieversorgern unabhängig zu machen. Die Mini-Kraftwerke erzeugen Strom- und Heizwärme im eigenen Keller. Ab April wird der Bau der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) in Privathäusern zudem wieder staatlich gefördert. Das 2008 gestartete Programm war nach einer starken Nachfrage 2010 aufgrund von Kürzungen im Bundeshaushalt eingestellt worden.

Jetzt sollen die Fördergelder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wieder fließen. Allerdings nur, wenn ganz bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Experten raten zudem, unbedingt die Frage der Wirtschaftlichkeit genau überprüfen zu lassen. stern.de sagt, ob sich ein Mini- Blockheizkraftwerk für Sie lohnt und worauf Sie bei einer Installation achten müssen.

Was ist ein Blockheizkraftwerk?

Knapp 30 Prozent der Energie wird derzeit in Privathaushalten verbraucht - das meiste davon in Form von Heizwärme. Doch von den 17,8 Millionen in Deutschland installierten Heizungsanlagen arbeitet nur jede vierte gemessen am heutigen Stand der Technik effizient. Ein Großteil der erzeugten Energie verpufft ungenutzt als Abwärme. In diese Lücke stoßen Mini-Blockheizkraftwerke: Die kleinen Generatoren erzeugen Strom, der gleich im Haushalt genutzt werden kann. Die Abwärme liefert gleichzeitig Warmwasser und sorgt für eine wohlige Raumtemperatur.

Welche Anlagen fördert der Staat?

Das BAFA-Programm fördert den Einbau von Mini-Blockheizkraftwerken mit einer Leistung von höchstens 20 Kilowatt in bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem einmaligen Investitionszuschuss zwischen 1500 und 3450 Euro - je nach Größe der Anlage. Der Zuschuss ist Teil der Novelle des KWK-Gesetzes, die den Einsatz solcher sparsamer Kraftwerke in Deutschland voranbringen soll.

Für welche Häuser und Anlagen gibt es Fördermittel?

Damit die Förderung aber tatsächlich einen umwelt- und energiepolitischen Mehrwert hat, ist sie an restriktive Bedingungen geknüpft. Erstens kommt sie laut BAFA überhaupt nur für Privathäuser in Gebieten in Frage, in denen kein Zugang zu einem Fernwärmenetz besteht. Zweitens werden nur Anlagen gefördert, die auf einer speziellen BAFA-Liste aufgeführt sind und die die Anforderungen der KWK-Richtlinie der EU "deutlich" übertreffen, wie das Bundesamt betont.

Welche Zusatzbedingungen müssen erfüllt sein?

Zu den Anforderungen gehört unter anderem, dass die Mini-Blockheizkraftwerke je nach Größe eine Energieeinsparung von mindestens 15 bis 20 Prozent erzielen und einen Nutzungsgrad von nicht weniger als 85 Prozent haben. Außerdem muss die Anlage mit einem Energiespeicher mit definierter Leistungsfähigkeit, einem Wärmespeichermanagement sowie mit einem intelligenten Stromzähler zur Bestimmung des jeweils aktuellen Strombedarfs kombiniert werden. Auch der Abschluss eines Wartungsvertrags für das neue Kraftwerkssystem ist der Förderrichtlinie nach Pflicht.

Wann kann der Antrag gestellt werden?

Förderfähig sind nur Anlagen, für die vor dem Stichtag am 1. April dieses Jahres noch keine staatliche Förderung beantragt oder Liefer- und Leistungsverträge unterschrieben worden sind. Die Förderanträge können dann ab April beim BAFA eingereicht werden.

Was sollten Interessierte tun?

Angesichts der komplizierten technischen Fragen sowie schwierig zu erfüllender Voraussetzungen raten Experten Interessenten dazu, unbedingt den Rat von Fachleuten hinzuzuziehen. Nur so lasse sich vorab ermitteln, ob der Einbau einer Anlage für den Besitzer überhaupt wirtschaftlich sein wird.

"Gerade im Einfamilienhaus werden oftmals nicht genug Betriebsstunden erreicht, um die Anlage auszulasten", erklärt Thomas Posanski, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Nur wenn eine Wirtschaftlichkeits- und Umweltbilanz für den konkreten Einzelfall genau ermittelt werde, ließen sich mögliche teure Fehlinvestitionen in eine eigene Mini-KWK-Anlage ausschließen.

pen/AFP/DPA / DPA
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