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Berlin: Warum viele Bundestagsabgeordnete erst 2020 in ihre Büros ziehen können

Mit 709 Abgeordneten ist der Bundestag so groß wie nie. Und die brauchen Platz. Doch die 300 zusätzlichen Büros werden erst 2020 fertig sein.

Der Neubau des Bundestages, wird nicht nur sieben Jahre später als ursprünglich geplant fertig, sondern auch deutlich teurer

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, der Neubau des Bundestages, wird nicht nur sieben Jahre später als ursprünglich geplant fertig, sondern auch deutlich teurer

Der Anbau des Bundestages in Berlin wird deutlich teurer werden als geplant. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Statt der ursprünglich geplanten 180 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für die Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus inzwischen auf fast 250 Millionen Euro, wie das Magazin berichtet.

Und auch der Zeitplan läuft alles andere als rund, auch wenn das Gebäude an der Spree auf den ersten Blick fast fertig erscheint. Die Probleme sitzen tief in der Bodenplatte des Gebäudes. Der Stahlbeton ist mangelhaft. Es gibt Risse, durch die Feuchtigkeit eindringt. 2015 wurden sie bereits entdeckt, nun soll sie saniert werden. Die Baukommission im Parlament bewilligte hierfür im September 35,9 Millionen Euro. Wer für den Schaden die Verantwortung trägt, ist noch nicht klar. Das sollen Gutachter nun klären.

Bundestag: Abgeordnete können erst 2020 einziehen

Ursprünglich sollte das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus schon 2013 fertig werden. Nun können die Abgeordneten frühestens 2020 ihre Büros beziehen. Und die 300 Büros werden auch dringend gebraucht. Mit 709 Abgeordneten ist der Bundestag so groß wie nie. Bis der Neubau fertig ist, arbeitet ein Teil der Bundestagsverwaltung aus dem ehemaligen Bundesinnenministerium in Berlin-Moabit. Der "Berliner Kurier" berichtet, dass dort Räume mit rund 5.200 Quadratmetern angemietet worden sein sollen - und zwar für zehn Jahre.

Auch Architekt Stephan Braunfels hat nach dem jahrelangen Hin und Her Konsequenzen gezogen. Bereits im vergangenen September ist er aus dem Projekt ausgestiegen. Im Berliner "Tagesspiegel" gab er an, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) würde ihm noch bis zu zehn Millionen Euro schulden. Um die Außenstände abzufangen, habe der 67-Jährige selbst zwei Millionen Euro zuschießen müssen und dafür sein Haus und Teile seiner Kunstsammlung verkaufen müssen.

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tyr
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