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Eigenheim: Abschied vom Häuslebauer

Der Trend zum Eigenheim ist stärker als je zuvor. Allerdings geht die Tendenz weg vom Häuslebau und hin zu gebrauchten Immobilien.

Deutschlands größte private Bausparkasse "Schwäbisch Hall" erwartet auf dem deutschen Immobilienmarkt keine Preisexplosion wie in anderen europäischen Ländern. "Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist ausgeglichen", so Vorstand Reinhard Klein. Allerdings gebe es eine starke regionale Differenzierung. In Ballungsräumen wie München oder Stuttgart seien größere Preissprünge nach oben möglich. In den neuen Bundesländern oder im Ruhrgebiet könne es eher abwärts gehen. Bei allen Regionen gelte aber der Grundsatz: "Die Lage ist alles."

"Der Trend zum Eigenheim ist stärker als je zuvor", sagt Klein. Immobilien werden noch immer als sichere Altersvorsorge gesehen. "Der Wunsch nach einem Eigenheim steht ganz oben, allerdings wird er häufig lange vor sich hergeschoben, genau wie der Kauf eines neuen Autos", so Klein. Und wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit werde inzwischen länger angespart als früher, um möglichst viel Eigenkapital zur Verfügung zu haben. Zum "Häuslebauer" würden aber immer weniger Bausparer. Die meisten kauften gebrauchte Häuser oder Eigentumswohnungen.

Bausparen ist als sichere Geldanlage weiter attraktiv

Um die Bevölkerung zum Bauen zu motivieren, fordert Klein ein baldiges Ende der Diskussion um die Eigenheimzulage. "Es wäre wichtig, das grundsätzlich zu klären und für ein paar Jahre beizubehalten", sagte der Vorstand. Die Menschen bräuchten Planungssicherheit. "Die Zulage ist eine hohe Motivation für die Bevölkerung, zu bauen." Sollte sie wegfallen, werde dies kurzfristig dazu führen, dass weniger gebaut werde oder kleinere Wohnungen gekauft würden.

Die Diskussion um die Abschaffung der Eigenheimzulage hat den Bausparkassen einen Boom beschert. 2004 wurden bei Schwäbisch Hall 940.000 Verträge mit einer Bausparsumme von 25,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Der längerfristige Wachstumstrend von fünf Prozent werde sich 2005 fortsetzen. "Dieses Jahr ist sehr gut angelaufen", sagte Klein. Bausparen sei als sichere Geldanlage weiter attraktiv.

Die höchsten Zuwachsraten gebe es bei den Kunden bis 25 Jahre und über 55 Jahre. Die Älteren hätten oft schon eine Immobilie, die sie am Ende ihres Berufslebens verschönern und dann schuldenfrei in die Rente starten wollten. Für Modernisierung oder Instandhaltung von Immobilien werden inzwischen 42 Prozent der Bauspardarlehen verwendet. Da viele Häuser in den 60er und 70er Jahren gebaut worden seien, kämen sie nun in die Renovierungsphase. "Da gibt es echtes Potenzial", so Klein.

DPA / DPA