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Hauskauf: Verkäufer muss auf schikanöse Nachbarn hinweisen

Wer extrem schikanöse Nachbarn hat und sein Eigenheim verkaufen will, muss den Käufer ungefragt aufklären.

Der Verkäufer eines Hauses muss den Käufer ungefragt über extrem schikanöse Nachbarn aufklären. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in einem am 18. August veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 4 U 84/01).

Die Klägerin hatte 1999 ein Wohnhaus gekauft und aufwendig renoviert. Schon kurz nach ihrem Einzug stieß ihr Nachbar Morddrohungen gegen sie aus, beleidigte sie, beschmierte die Haustür mit Erbrochenem, schrie laut herum und ließ nachts laut Musik laufen. Dieses Verhalten war den Verkäufern nach den Erkenntnissen des OLG bereits seit Jahren bekannt gewesen. Schließlich waren sie sogar wegen Angstzuständen in Behandlung.

Der Käuferin sagten sie jedoch laut OLG nur, im Haus sei es nicht immer leise, der Nachbar sei auch schon einmal laut. Diesen Hinweis wertete das Gericht als verharmlosend und somit unzureichend. Die Verkäufer müssen der Klägerin daher die Erwerbs-, Finanzierungs- und Renovierungskosten in Höhe von mehr als 200.000 Euro sowie die Zinsen ersetzen. Im Gegenzug bekommen sie das Haus zurück.

DPA / DPA
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