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Hochhaus: Dänisches Dorf baut den höchsten Wolkenkratzer der EU

Die Gemeinde Brande in Jütland schafft ein neues Wahrzeichen: Der 320 Meter hohe Wolkenkratzer wird sogar Londons "The Shard" überragen.

Brande Tower & Village: In Dänemarks Provinz entsteht der größte Wolkenkratzer Westeuropas

Warum müssen Wolkenkratzer immer in Großstädten stehen? Und wieso werden sie meist von Männern gebaut? Berechtigte Fragen, die die dänische Stararchitektin Dorte Mandrup gestellt hat.

Ihr Entwurf des Tower & Village Wolkenkratzer soll in der dänischen Gemeinde Brande stehen.

Zuerst dachten einige, hier würde es sich nur um einen PR-Gag handeln – ein paar Computeranimationen sind schließlich schnell gemacht. Aber nun wurde die Baugenehmigung erteilt. Brande bekommt sein Wahrzeichen.

Der Tower setzt einen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Landflucht-

Der Tower setzt einen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Landflucht-

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Wenn der Tower & Village Wolkenkratzer so gebaut wird, wie vorgestellt, wird er eine Höhe von 320 Metern erreichen und damit etwa zehn Meter höher sein als der derzeit höchste Wolkenkratzer Westeuropas, der in London steht, "The Shard". Nur der Pariser Eiffelturm ist mit 324 Metern noch höher, doch der Eiffelturm ist kein Wolkenkratzer. Für den Titel "Europas größter" reicht es nicht. Das Lakhta Center in St. Petersburg kommt auf beachtliche 432 Meter. Doch in den EU-Staaten wird es kein höheres Hochhaus geben.

Die Selbstständigkeit verlor Brande bereits 2006.

Die Selbstständigkeit verlor Brande bereits 2006.

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Der Turm wirkt extrem schlank, wie eine Nadel und ist klassisch und klar strukturiert. Rings um ihn erstrecken sich die flachen Gebäude der Kleinstadt, dazu kommen weitere Gebäudeteile an der Basis des Wolkenkratzers. Auftraggeber ist die Modefirma Bestseller, die ursprünglich aus Brande stammt. Der Wolkenkratzer soll der Hauptsitz der Firma werden.

"Mit dem Projekt Tower & Village überdenkt Bestseller die klassische Idee einer Zentrale und erstellt einen langfristigen Plan für die Präsenz des Unternehmens in Brande", sagt Bestseller-Projektleiter Anders Krogh. Über Brande hinaus ist der Bau des Wolkenkratzers eine Aufwertung des Landes generell. Besteller zeigt, dass es kein Naturgesetz ist, dass qualifizierte Arbeitsplätze in die Großstädte abwandern.

"Wir betrachten das gesamte Bauvorhaben als Investition in Brande, und das geplante Hochhaus wird als Symbol für den neuen Ausbau dienen. Es wird ein Wahrzeichen sein, das Brande auf die Landkarte setzt, aber es wird auch als architektonische Attraktion für Hotelgäste, Studenten und andere Nutzer des Gebäudes fungieren." Bis zum Bau kann es noch ein paar Jahre dauern, doch die Pläne sollen endgültig genehmigt worden sein.

Dorte Mandrup

Kra