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Wohnungsmarkt: Immobilienprofis verraten, welche Fehler man beim Hausverkauf vermeiden sollte

Fehler beim Hausverkauf kosten sehr viel Geld. Immobilienprofis geben Tipps, um einen guten Preis zu erzielen.

Der gute Eindruck zählt. Ein gemähter Rasen gehört zum Pflichtprogramm.

Der gute Eindruck zählt. Ein gemähter Rasen gehört zum Pflichtprogramm.

Getty Images

Was für Fehler kann man machen, wenn man ein Haus oder eine Wohnung verkaufen will? Wer kann das besser wissen als Immobilienmakler. Das Portal Business Insider hat Profis befragt und die schlimmsten Fehler der Verkäufer herausgearbeitet.

Zu teures Angebot

Es rächt sich immer einen zu hohen Preis anzusetzen, darin sind sich alle Immobilienprofis einig. Ein allzu menschlicher Fehler, denn ist der Preis zu niedrig, lässt sich das kaum noch korrigieren.

Ist die Immobilie aber überteuert, verliert man in den ersten Monaten das Interesse möglicher Kunden und wertvolle Zeit, die fast immer Geld kostet. Noch schlimmer: Mögliche Interessenten werden die lange Standzeit bemerken und die Situation, wenn Sie endlich mit dem Preis runtergehen, in den Verhandlungen geschickt nutzen. Ausnahme sind überhitzte Märkte mit spekulativer Preisentwicklung.

Tipp: Eine Immobilie muss zum fairen Marktwert oder knapp darunter angeboten werden.

Verhandlungsmasse aufschlagen

Sie haben einen Wunschpreis und schlagen dann noch mal etwas drauf, um bei Verhandlungen nachgeben zu können? Das funktioniert häufig nicht, weil die Kunden nicht handeln wollen. Viele werden sich Ihr Angebot ansehen, ohne überhaupt in ein ernsthaftes Gespräch einzusteigen.

Nicht jeder schätzt Ihren Geschmack

Eine ausgefallene und herausragende Gestaltung können Sie emotional als großes Plus verbuchen, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass ein Käufer Ihren Geschmack teilt. "Die Unfähigkeit, von seinen eigenen Vorlieben zurückzutreten, ist ganz normal, aber kann schädlich sein, wenn man ein Haus verkauft", sagte Maklerin Maggie Ross von Compass zu Business Insider. "Verkäufer denken oft, dass ihr subjektiver Geschmack vom Markt geschätzt wird, doch das ist nicht der Fall." Traurig aber wahr: Extravaganz mindert den Wert.

Unkenntnis des regionalen Marktes

Viele Privatpersonen orientieren sich bei der Einschätzung ihrer Immobilie an allgemeinen Nachrichten, die sich auf das ganze Land oder eine Region beziehen. Der Immobilienmarkt funktioniert aber sehr viel kleinteiliger. Häufig unterscheiden sich die Werte von einer Straße zur anderen. In manchen Gegenden gibt es große saisonale Unterschiede im Verhalten der Käufer.

Tim Swearingen empfiehlt dringend, einen Makler zu nehmen, der sich in der Gegend gut auskennt und dort regelmäßig tätig ist.

Irgendeinen Makler nehmen

Niemals darf man einen Makler wählen, nur weil man ihn oder dessen Ehepartner gut kennt. Man darf sich auch nicht von großen Namen blenden lassen. Ein Makler muss auf die Nachbarschaft und die Art von Immobilien spezialisiert sein. Hilfreich ist auch, wenn er in der Gegend gut vernetzt ist.

Keinen Makler nehmen

Wegen der Kosten auf einen Makler zu verzichten, von dieser Idee raten die Immobilienprofis erwartungsgemäß ab. Tatsächlich sollte man sich das genau überlegen: Es ist nicht nur die Arbeit, die auf den Verkäufer zukommt, es ist auch die Expertise. Wer sagt, er brauche keinen Makler, nimmt an, dass ein Profi keinen besseren Preis erzielen werde.

Bilder knipsen

Natürlich ist das Aussehen der Immobilie selbst wichtig. Der erste Kontakt findet aber über die Fotos Ihrer Anzeige statt. Die Bilder müssen perfekt sein, also sollten sie auch von jemandem gemacht werden, der so etwas kann. Wichtig ist ein echter Weitwinkel, nur damit kann man kleinere Räume angemessen zeigen. Außenansicht, Flur und Ausblick dürfen nicht vergessen werden. Die Fotos müssen bei Sonnenschein gemacht werden und auf gar keinen Fall abends, mit Reflexionen vom Blitz.

Persönliche Dekoration im Haus zu lassen

Ein Haus sollte nicht so aussehen, als wären die Besitzer gerade aus dem Haus gegangen. Sie bieten einen Rahmen für das Leben von Fremden an, und kein "gemachtes Bett".

Makler Jared Barnett: "Ein Verkäufer kann ein renoviertes Haus haben, aber wenn dem Käufer die Möbel nicht gefallen, wird das seine Wahrnehmung negativ beeinflussen. Es ist am besten, die Möbel minimal und neutral zu halten, damit sich die Käufer auf das Zuhause konzentrieren können."

Bevor ein Haus angeboten wird, muss es möglichst neutral erscheinen. Persönliche Gegenstände müssen ebenso verschwinden wie die meisten Möbel. Jared Barnett meint, "zu viele Möbel lassen einen Raum klein erscheinen. Das macht es den Käufern schwer, sich das Potenzial des Raumes vorzustellen."

Das Haus nicht zu inszenieren

Robin Kencel aus Connecticut bemängelt, dass viele Verkäufer sich nicht in die Köpfe der Interessenten hineindenken. Sie versäumen es, dafür zu sorgen, dass ihr Haus so schön wie möglich wirkt. Nach dem Auszug muss das Haus neu dekoriert werden. "Außer, Sie wollen Ihre Immobilie zu einem aggressiven Preis anbieten und alles so verkaufen, wie es ist."

Dazu gehören häufig auch frisch gestrichene Wände. Ein frischer Anstrich, Inszenierung und Styling sind unerlässlich für einen guten Preis.

Quelle: Business Insider

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