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Immobilien: Schief, krumm und voller Wasserlecks – Wut-Plakat warnt vor Kauf von Albtraum-Häusern

Mike Firth ist verzweifelt. Sein Haus kostete 250.000 Euro und ist einfach Schrott. Die Baufirma vertröstete ihn nur. Nun warnt ein Plakat des verzweifelten Vaters andere Interessenten davor, ein Haus in der Anlage zu kaufen.

Auf seiner Facebook-Seite hat Firth den Pfusch dokumentiert.

Auf seiner Facebook-Seite hat Firth den Pfusch dokumentiert.

Hersteller

Mike Firth kaufte für seine Familie ein neues Haus. Es war seine erste Immobilie und sie wurde zu einem Albtraum. Er zahlte 220.000 Pfund – das sind etwa 250.000 Euro – für das "Traumhaus" und lebt seitdem in einer Ruine. Weil die Baufirma die zahlreichen Mängel nicht abstellte, griff Firth zu einem verzweifelten Schritt: Er hängte ein Plakat an seine Fassade, um andere Interessenten auf dem Gelände zu warnen.

Dort steht: "Denken Sie darüber nach, ein Haus in dieser Siedlung zu kaufen? Sie können gerne bei mir anklopfen und sich mein Haus ansehen. Die Probleme nehmen kein Ende, der Besuch könnte Ihnen viele Pfund sparen. #newbuildingnightmare'."

Keine Wand ist eben

Die Mängel sind zahlreich. Schon die Wände sind nicht eben, die Steine erinnern Firth an eine Kletterwand. Beim Duschen leckt das Wasser, Zwischenwände sind nicht senkrecht. Der " " sagte der junge Vater: "Ich habe mich entschieden, das Schild aufzuhängen, weil ich nicht weiter kam. Hätte ich diesen Pfusch gesehen, bevor ich mein Haus bezahlt hätte, dann hätte ich gewiss Fragen gestellt. Ich will nur, dass die Baufirma meine Probleme erkennt und sie löst."

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So kann man eine Decke auch abstützen. Offen bleibt die Frage, welche Urgewalt den T-Träger aus Stahl so deformiert hat.

So kann man eine Decke auch abstützen. Offen bleibt die Frage, welche Urgewalt den T-Träger aus Stahl so deformiert hat.

An dem Haus scheint nichts zu stimmen. In der Duschkabine wurden Löcher an den falschen Stellen gebohrt, durch die Löcher plätschert das Wasser. An einigen Stellen ist den Bauarbeitern offenbar der Estrich und der Beton ausgegangen, dort klaffen Löcher im Boden. Die Türzargen wurden schief eingepasst, nun schließen die Türen nicht.

Mehrfach sollen Handwerker für Nachbesserungen angerückt sein, aber sie haben die Probleme nicht gelöst. "Ich will das bekommen, wofür ich bezahlt habe. Aber der Firma fällt es schwer, auch nur in die Nähe dieses Ergebnisses zu kommen."

Bilder eines Pfusch-Baus

"Das ist sehr stressig und frustrierend. Ich habe einen Neubau gekauft, dann erwarte ich auch einen Neubau. Davon sind wir weit entfernt."

Auf seiner Facebook-Seite hat Firth Dutzende von Bildern geteilt, der Innenausbau wurde nach dem Motto "was nicht passt, wird mit Gewalt passend gemacht" betrieben. Überall wurden Bauteile grob abgesägt und notdürftig verbunden. "Die allgemeine Qualität der Arbeit ist erschreckend", sagt Firth.

Vor allem scheinen undichte Stellen das Haus zu plagen. Die Abhilfe: jede Menge Montageschaum und unendliche Mengen an Silikon. So sollen die Leckagen abgedichtet werden. Die Folge: Innen und außen sieht man überall die Würste der Dichtungsmasse. Bereits die Aluminiumschienen des Bades sind rettungslos mit überschüssigem Material verklebt.

Nicht zu reparieren

Firth sagt, dass die Baufirma ihn mit dem "schäbigen" Bau allein lasse wolle und erwarte, dass er die Probleme auf eigene Kosten beseitige. Mit der Vermutung kann er richtig liegen. Urteilt man nach seinen Fotos, steht das Haus zwar, das ist aber auch das einzig Positive. Sowohl die Ziegel außen, wie auch der Putz innen bilden keine ebenen Flächen – dafür gibt es Beulen und Dellen. Dem könnte man nur abhelfen, in dem die Verkleidung aus Ziegeln komplett abgetragen wird und die Wand neu aufgebaut wurde. Der Innenausbau müsste zum großen Teil erneuert werden. Offenbar sind selbst die Böden nicht waagerecht, das ließe sich nur mit einem Abriss korrigieren.

Das Haus ist eine Ruine.

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