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Investition Solaranlage: Geld machen mit Sonnenstrom

Der Preis für Photovoltaikanlagen sinkt, doch die Förderung bleibt bis Jahresende hoch. Wer jetzt in eine Dachanlage investiert, kann mit einer Rendite von sieben Prozent und mehr rechnen.

Von Peter Neitzsch

Die Aktienmärkte befinden sich auf Achterbahnfahrt, und die Zinsen für klassische Geldanlagen sind im Keller. Da ist die Investition in eine Solaranlage eine gute Möglichkeit, trotz Euro- und Schuldenkrise eine solide Rendite zu erwirtschaften - bei äußerst geringem Risiko. Denn die Einspeisevergütung für Solarstrom wird von der Bundesregierung auf 20 Jahre garantiert.

Ein Immobilienbesitzer, der ein paar tausend Euro übrig hat, kann sein Geld auf dem Dach für sich arbeiten lassen. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, denn die Preise für Solarmodule sind zuletzt kräftig gesunken. Gleichzeitig bleibt die Förderung bis Ende des Jahres noch in alter Höhe erhalten. Wer 2011 investiert, profitiert daher doppelt: von niedrigen Kosten und der hohen Vergütung.

Die Preise für Photovoltaikanlagen befinden sich derzeit im Sinkflug. Nach Angaben des Bundesverbands der Solarwirtschaft ist eine installierte Anlage derzeit fast 20 Prozent günstiger zu haben als noch vor neun Monaten. "Die Hersteller haben ihre Kapazitäten enorm ausgebaut und senken jetzt die Preise, um die Module loszuschlagen", schreibt die Zeitschrift "Finanztest", die in ihrer aktuellen Ausgabe die Rendite für Solarstromerzeuger berechnet hat.

Ein Geschäftsmodell, das sich rechnet

Während die Kosten sinken, bleibt der Erlös vorerst konstant - nach drei Kürzungsrunden zwischen Januar 2010 und Januar 2011 verzichtete die Bundesregierung im Juli darauf, die Förderung erneut zusammenzustreichen. Für kleine Dachanlagen, die vor dem 31. Dezember 2011 ordnungsgemäß gemeldet werden, garantiert der Staat über 20 Jahre eine Einspeisevergütung von 28,74 Cent pro Kilowattstunde. Zu diesem Preis muss der örtliche Netzbetreiber den Strom vom Hausdach kaufen.

Ein Geschäftsmodell, das sich rechnet: Eine Anlage mit einer Spitzenleistung von 100 Kilowatt kostete in diesem Sommer pro Kilowattpeak im Durchschnitt 2200 Euro. In Kilowattpeak wird in der Branche die "Schönwetter-Leistung" einer Solaranlage unter optimalen Bedingungen angegeben. Bei kleineren Anlagen fürs Eigenheim lag der Preis etwa 200 bis 300 Euro höher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Finanztest.

Doch selbst bei Anlagen, die 2400 bis 2600 Euro pro Kilowattpeak kosten, liegt die Rendite den Berechnungen der Zeitschrift zufolge noch bei fünf bis sieben Prozent vor Steuern. Welche Rendite Sie - abhängig von den Kosten - erwarten dürfen, können Sie dieser Tabelle entnehmen. Die Kosten für den Betrieb der Solaranlage sowie für Wartung und Versicherung sind darin bereits enthalten.

Merkel will weitere Kürzungen beim Solarstrom

Ob sich eine Photovoltaikanlage rechnet, hängt allerdings auch entscheidend vom Dach ab: Nur wenn der Einfallwinkel der Sonne günstig ist, ist die Sonnenstromausbeute hoch. "Die Schräge sollte mindestens 30 Grad betragen, ideal sind 45 Grad oder mehr", sagt Timo Leukefeld vom Bundesverband Solarwirtschaft. Sind die Bedingungen weniger ideal, werden mehr Module benötigt und die Kosten steigen. Der vorrausichtliche Gewinn, den Sie auf Ihrem Hausdach mit einer Photovoltaikanlage erzielen können, lässt sich hier berechnen.

Ab Januar 2012 sinkt die Vergütung für Solarstrom aus neuen Anlagen - und damit auch die Rendite für Hausbesitzer. Wegen des starken Ausbaus der Solarenergie wird erwartet, dass die Sätze turnusmäßig um 12 bis 15 Prozent sinken. Die neue Vergütung gibt die Bundesnetzagentur am 31. Oktober bekannt. Ob es darüber hinaus zu weiteren Kürzungen von Seiten der Politik kommt, ist noch unklar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat aber bereits deutlich gemacht, dass sich die Branche auf Einschnitte einstellen muss. Während die Windenergie auf dem Weg sei, fast rentabel Strom erzeugen zu können, sei dies bei der Sonnenergie nicht der Fall, sagte Merkel. Die Bundesregierung habe die Solarförderung bereits massiv gekürzt. "Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht weiter rangehen müssen."

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Photovoltaik erhalten Sie hier.

Von Peter Neitzsch